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Winterlingen Pfarrer geht gegen Kirchen-Werbespot vor

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Ernst Nestele spricht sich gegen den Clip aus. Foto: Göttling

Winterlingen - Pfarrer Ernst Nestele ist empört: Grund dafür ist ein Spot, der in Kinos in Baden-Württemberg für die Kirchen- und Synodalwahlen an diesem Sonntag wirbt. Er hält diesen für unangemessen und bemühte sich bei der Evangelischen Landeskirche Baden-Württemberg um ein Absetzen des Clips.

Die Bild-Zeitung war es, die Pfarrer Ernst Nestele überhaupt erst auf den Kinowerbespot aufmerksam gemacht hat. Der Werbeclip, der Jesus in einer Bar zeigt, ist unter Geistlichen und Gläubigen recht umstritten, weshalb "Bild" mit der Intention, ein Stimmungsbild malen zu wollen, bei Nestele anklopfte.

"Ich war bestürzt, als ich den Inhalt gesehen habe", sagt Nestele im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. "Ich finde es unangemessen mit der Person Jesu – dem Zentrum des christlichen Glaubens – in dieser Weise Werbung zu machen". Er erachtet es als unmöglich, das, was jedem Christen heilig sei, für eine Wahl zu funktionalisieren.

Der umstrittene Werbespot wird seit vergangener Woche in mehreren Kinos in baden-württembergischen Großstädten gezeigt. In diesem bestellt ein langhaariger jungen Mann mit Bart, der offenbar Jesus darstellen soll, in einer Bar fortlaufend Getränke. Doch der Jesusdarsteller hat keine wirkliche Wahl: Egal welchen Drink er beim Barkeeper ordert, verwandelt dieser sich just vor dem Trinken zu Jesu offenkundigen Missfallen sofort in Wein. Die Botschaft folgt hinterher: "Er hätte gerne die Wahl gehabt – Du hast sie".

Im Nachgang zeigt sich der Jesus-Darsteller in einem weißen Bademantel beim Zähneputzen. Als er den Mund ausspülen möchte, verwandelt sich auch das Wasser im Zahnbecher in Wein, worauf der Darsteller seine Augen verdreht und wenig erfreut zur Decke blickt.

"Das ist eher anstößig als anregend", kommentiert Pfarrer Nestele den Clip. Er habe auch mit Jugendlichen in der Gemeinde darüber gesprochen. Diese seien zwar nicht so empört darüber wie er, fänden ihn aber verstörend.

"Ich schäme mich etwas, dass dies die Visitenkarte der Evangelischen Landeskirche sein soll", sagt Nestele. Deswegen wollte der Pfarrer eine Zurücknahme des Werbespots von Seiten der Evangelischen Landeskirche erwirken. Mit dem Landesbischof Frank Otfried July hätte er gerne gesprochen, doch konnte er sein Anliegen nur über dessen Sprecher ausrichten lassen. Auch beim Oberkirchenrat habe er sich beschwert.

Dieser verteidigt aber die Produktion. Oliver Hoesch, Sprecher der Landeskirche, berichtet von vielen positiven Reaktionen: "Auch wir halten den Kinoclip, der sich an Menschen richtet, die nicht Kirchgänger sind, für gut". Der Kinospot habe die Landeskirche zusammen mit einer Stuttgarter Agentur als Werbemittel zur Kirchenwahl am 1. Dezember produziert. "Der Spot enthält keine theologischen Botschaften, sondern nur die eine: ›Du kannst in Deiner Landeskirche wählen, also wähle!‹. Er hat eine gewisse Selbstironie, ist frisch, lebendig, und wir versehen die Botschaft mit einem Augenzwinkern", erklärt Hoesch.

Die Evangelische Landeskirche achte Nesteles Meinung, teile diese aber nicht. Nestele bedauert es, dass der Werbespot, den er als "Ausrutscher" wertet, weiter zu sehen ist. Er nimmt dies nun so hin und hofft, dass das Image der Landeskirche damit keinen Schaden erleidet.

Weitere Informationen gibt es unter www.kirchenwahl.de

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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