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Winterlingen Nicht der Hund ist gefährlich – nur der Halter

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"Lenkungsfunktion" heißt offenbar das Zauberwort für die Satzungsänderung zur Erhebung der Hundesteuer in Winterlingen. Noch interessanter ist die Wortwahl von Bürgermeister Michael Maier im Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Hundesteuersatz für einen sogenannten Kampfhund nun auf unverhältnismäßige 1500 Euro pro Hund und Jahr steigen soll.

Es gibt keine genetisch veranlagten Kampfhunde, sagen Experten, darunter die Bundestierärztekammer. Studien haben keine Nachweise erbracht, dass besonders gefährliche Rassen existieren – das zur Info an Roland Single, dem 500 Euro Hundesteuer zu wenig waren, und jene, die seinem Antrag auf Erhöhung zustimmten. Wenn das Argument gelten soll, dann sollte auch der umgangssprachliche Begriff für die Einstufung bestimmter Hunderassen gelten. Auch von Menschen ohne Hintergrundwissen als gefährlich eingestufte Hunderassen gelten als Listenhunde und sind nicht aggressiver als andere Rassen. Der Vorfall vor drei Jahren in Frohnstetten, als ein Kangal eine Frau tödlich verletzt hat, ist unbestritten sehr tragisch. Ein Kangal ist aber kein Kampf-, sondern ein Herdenschutzhund.

Statt das Wort "Lenkungsfunktion" zu verwenden, wäre es ehrlicher, zuzugeben, dass die immense Erhöhung der Hundesteuer, besonders für bestimmte Rassen, der Geldbeschaffung dient. Übrigens habe ich beim Spaziergang mit meinem Hund mehr Angst um mich und ihn, wenn ein entgegenkommender Hundehalter seinen großen Hund – Rasse egal, kein Listenhund – nicht unter Kontrolle hat. Es ist eigentlich nicht der Hund, vor dem man Angst haben müsste, sondern der Halter. Gute Haltung und Erziehung und ein sicherer Hundeführer sind rasseunabhängig das A und O. Der Vorschlag des Ordnungsamtes, einen Hundeführerschein einzuführen, ist sicher eine bessere Alternative (und wünschenswerter für viele Hunde), als willkürlich Rassen als gefährlich einzustufen. Was mich empört, ist die Selbstverständlichkeit, mit der das geschieht.

Yvonne Wagner

Winterlingen-Benzingen

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