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Winterlingen Mit viel Optimismus die Rutsche hinauf

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Comedy auf der Kleinkunstbühne K3: Bumillo erklärt die Mühen, die er bei der Bestellung seines ersten Buches im Internet zur Zeit der Jahrtausendwende noch hatte. Foto: Gauggel Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Missverständnis hat der Künstler gleich zu Beginn klar gestellt: Wer einen flotten Italiener erwartet habe, gehe enttäuscht nach Hause. Das Publikum im K3 war dann aber nicht enttäuscht vom Auftritt Bumillos.

Winterlingen. Der Künstlername Bumillo sei abgeleitet vom Nachnamen Bumeder, und da in seiner oberbayrischen Heimat jeder einen Spitznamen habe, manche sogar bis zu zehn verschiedene, sei er viele Jahre der "Bumi" gewesen, erläuterte der Künstler zu Beginn seines Auftritts im K3. Ein Italiener habe ihn dann vor etlichen Jahren bei einer Vorstellung in München spontan als Bumillo bekannt gemacht, was dann zum neuen Spitz- und Künstlernamen geführt habe.

Auch seine Anreise zur Kleinkunstbühne K3 sei alles andere als alltäglich gewesen, erklärte der studierte Germanist. So hätten sich nicht wenige Straßberger und Winterlinger die Augen gerieben, als er von Köln kommend am Bahnhof in Straßberg ausgestiegen und dem Navi folgend mit seinem Rollkoffer die Alte Steige vorbei an der Straßberger Burg nach Winterlingen hinauf gestiefelt und recht verschwitzt nach einigen Umwegen tatsächlich auch dort angekommen sei. Er wünschte sich recht außergewöhnlich gleich zu Beginn, dass er sich über Buh-Rufe, allerdings ohne "h", nicht nur am Ende sehr freue. Seine Erklärung: Das Kürzel "bu" stehe bei ihm für das Englische "be you", sei du selbst, und das war auch durchgängig seine wesentliche Botschaft in seinem Programm "Die Rutsche rauf", das genau vor zwei Jahren erstmals auf der Bühne zu sehen gewesen sei.

Bumillo begrüßte daher die Winterlinger im K3 als seine Partygäste zum Programmjubiläum. Den oftmals an Geburtstagen verwendeten Spruch "Bleib so wie Du bist" lehne er allerdings kategorisch ab. Diese Einstellung sei katastrophal und besonders schlimm bei Kindern und Jugendlichen, da sie Entwicklung und neue Erfahrungen geradezu blockiere. In vielen witzigen dabei aber auch immer hintergründigen Beispielen stellte er die fatalen Folgen einer derartigen Einstellung vor.

Bei Trump und Kim Jong-Un aus Nordkorea zeigten sich die Folgen einer derartigen "Nicht-Entwicklung" in verrückten Twitterbotschaften. Offensichtlich, folgert der wortgewandte Bumillo, habe jemand den Beiden den verhängnisvollen Satz "Bleib wie du bist" in deren Kindergartenzeit mit auf den Weg gegeben, und auf diesem Level seien die beiden ebenso wie die Putins und Erdogans dieser Erde stehen geblieben.

Deutlich spaßiger wurde es bei der Analyse von Werbebotschaften. Dazwischen gab es einen bayrischen Rap, in dem die Vorzüge des Dialektes zur Sprache kamen und die große Liebe des Künstlers zu seiner Heimat nicht zu überhören war. Nachdenklich machten seine kritischen Anmerkungen zur heutigen "Verwöhngesellschaft". Dazu passte dann perfekt seine eindrucksvolle, musikuntermalte "Münchner Meditation".

Der Mittdreißiger sieht sich zwischen zwei Zeitaltern beheimatet: Der analogen Welt seiner Kindheit und der Welt der digitalen Sprachassistenten von Siri und Alexa. In diesem Zusammenhang erinnerte er in einem poetischen Sprechgesang daran, wie er Ende der 1990er-Jahre sein erstes Buch nach mühevollen Kabelverlegungen verbunden mit der stundenlangen Lahmlegung des Telefonanschlusses bei Amazon bestellt habe.

In der wunderbaren Nummer "The 50 Shades of Bassd scho" führte er dem Publikum die vielen wunderbaren, aber auch manchmal bitterbösen Bedeutungen dieser beiden urbayrischen Vokabeln vor Augen. Die Einstellung "bassd scho" sei auch ein wichtiger Grund dafür, dass bayrische Ehen länger hielten als anderswo.

Das Programm war garniert mit urig-bayrischem Wortwitz und animierte das Publikum immer wieder zu spontanem Beifall. Der sympathische Vater zweier Töchter wünschte den Winterlingern Mut für neue Erfahrungen und den Optimismus, den Kinder vorlebten. Nach begeistertem Applaus durfte Bumillo nicht ohne Zugabe von der Bühne.

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