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Winterlingen Männer aller Generationen diskutieren über Jugend

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David Jarsetz referiert beim Männervesper wie die Jugend von heute tickt. Foto: Göttling Foto: Schwarzwälder Bote

Winterlingen. Etwas anders als gewohnt diskutierten die 30-köpfige Männerrunde beim jüngsten Männervesper im evangelischen Gemeindehaus. Um der Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen, wurden einige Sicherheitsmaßnahmen ergriffen; die Teilnehmer saßen in Kleingruppen verteilt an Tischen, als der neue Missionsdirektor der Liebenzeller Mission, David Jarsetz zur "Generation Z – Wie Jugendliche dieser Generation ticken", referierte. Der 39-Jährige trägt Verantwortung für 230 Missionare in mehr als 20 Ländern der Welt. Der gelernte Chemielaborant lebte mit seiner Frau viele Jahre in Papua-Neuguinea. Nach der Rückkehr nach Deutschland war das Paar für die Begleitung von Studenten zuständig.

In den vergangenen Jahren befasste er sich daher vor allem mit der "Generation Z", den Geburtsjahrgängen ab 1995. Eine seiner Beobachtungen: "Informationen müssen humorvoll, stylisch und cool sein, um Beachtung zu finden!" Selbst die beste Vorlesung im Hörsaal werde von Vertretern der "Generation Z" negativ beurteilt, wenn sie nicht durch spannende Bildschirmpräsentationen medial erlebnisreich genug ist: "Die digitale Welt ist ihr Leben. Sie steuern ihre Welt in diesen sozialen Räumen."

Die neue Generation sei grundsätzlich optimistisch eingestellt aber von einer ständigen Angst getrieben, etwas zu verpassen, und wolle sich "alle Optionen offenhalten". Der frühere Missionar führte Vor- und Nachteile bestimmter Verhaltensmuster an, die er bei der "Jugend von heute" beobachtet und in Referaten aufarbeitet. Jarsetz möchte nicht bewerten, sondern betont vielmehr das Verständnis und den Respekts füreinander. Dazu seien Begegnungen wichtig.

Der Referent kritisierte Ressentiments und Generationenkonflikte. Seiner Auffassung nach bieten die Unterschiede der Generationen das Potenzial, voneinander zu lernen.

"Digital Natives" sind weltweit vernetzt

"Digital Natives", zu Deutsch: "digitale Eingeborene", fühlten sich sogar nachts unwohl, wenn sie ihr Handy nicht bei sich hätten. Sie seien nicht nur weltweit vernetzt, ungeduldig, auf Anerkennung sowie möglichst nur positive Rückmeldungen bedacht, gerne flexibel und ohne feste Verpflichtungen, sondern hätten auch traditionelle Interessen wie das Bedürfnis nach Sicherheit und nach einer intakten Familie. Daher seien sie anders als manch einer aus früheren Generationen nicht mehr bereit dazu, "für ihre Arbeit ihre Familie zu opfern, nach dem Motto: Arbeit ist mein Leben!"

Für Firmen, Vereine und Kirchengemeinden sei es wichtig zu wissen, dass die "Generation Z" Transparenz, Erlebnisse und Authentizität erwarte: "Sie prüft, ob etwas nur Gelaber ist, oder Substanz dahintersteckt. Und sie spürt, ob man sie ernst nimmt." Beziehungen, Kompetenzen und Erfahrungen würden als wichtiger angesehen als Alter oder Rollen: "Wenn die ›Generation Z‹ eine gute Beziehung zu jemandem hat, lernt sie ganz anders von ihm." Jarsetz empfiehlt Kirchengemeinden daher das Gespräch auf Augenhöhe zu suchen. Dann ließen sich auch sehr wertvolle Attribute wie Offenheit, Neugierde und Begeisterung sowie die Bereitschaft zu aktivem Engagement wecken.

Die Männerrunde beteiligte sich während und nach dem Vortrag interessiert. "Diese digitale Welt verändert auch uns", bemerkte ein Vertreter der älteren Generation. Zwei andere beobachten leicht polemisch aber in der Sache ernst "ein sehr starkes Chill-Bedürfnis" bei der "Jugend von heute", nach dem Motto: "Erst leben, dann arbeiten!"

Ein baldiger Rentner hält der "Generation Z" zugute, den Mut zu haben, Dinge offen anzusprechen und kritisch zu denken: etwas, was vielen Älteren fehle, die etwa ihre Eltern niemals offen kritisieren durften. Ein Vertreter der jungen Generation im Publikum erwähnte den enormen Einfluss durch globale Meldungen und "Unsicherheiten unserer Zeit". Wieder andere sehen wachsende Respektlosigkeiten und egoistische Haltungen, die immer gefährlicher würden.

Organisator Wolfgang Hube betonte seine Freude darüber, dass viele verschiedene Altersgruppen an Männern gekommen waren: Ein Schritt zum von Jarsetz angesprochenen Dialog zwischen den Generationen.

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