Im Arbeitskreis "Harthauser Heide" kümmert sich Alfred Henle aus Winterlingen um die vierbeinigen Landschaftspfleger.Fotos: Gauggel Foto: Schwarzwälder Bote

Naturschutz: Die Ziegen und Schafe des Arbeitskreises "Harthauser Heide" beweiden Magerrasen

Mitte April haben die Schafe und Ziegen des Arbeitskreises "Harthauser Heide" ihr Winterquartier in Winterlingen gegen die Weidegebiete in Harthausen getauscht.

Winterlingen-Harthausen. Die Tiere sind echte Landschaftspfleger: In Harthausen beweiden sie die besonders geschützten Magerwiesen und verhindern damit die Verbuschung der Ödlandflächen, die meist in sonnenexponierter Hanglage liegen.

Für die Landwirtschaft spielen diese trockenen und steinigen Gebiete kaum mehr eine Rolle und können daher nur durch aufwendige Pflege erhalten werden – oder man schafft Synergien wie hier mit den Tieren. Die extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen sei dafür ideal, erklärt Alfred Henle, der seit mehr als 20 Jahren im Arbeitskreis "Harthauser Heide" mitarbeitet.

In der ersten Maiwoche war er mit der Betreuung der Herde im Gewann Ziegelhütte östlich von Harthausen dran. Die Arbeit mit den Schafen und Ziegen ist ihm ein willkommener Ausgleich zu seinem Beruf: Henle arbeitet im Bauamt der Gemeinde Winterlingen und ist dort für Baurecht und Bauverwaltung zuständig. Die Arbeit bei den Schafen und Ziegen leistet er nach Feierabend oder an den Wochenenden und opfert dafür einen Teil seiner Freizeit. "Ich möchte mit meiner Mitarbeit im Arbeitskreis einen kleinen Beitrag zum Erhalt unserer einzigartigen Alblandschaft leisten", sagt Henle bescheiden. Im Arbeitskreis, den Siegbert Kissling leitet, seien immer helfende Hände willkommen. Daher geht Henle, der zusätzlich noch eine Streuobstwiese bei Benzingen pflegt, und seinen Mitstreitern die Arbeit nicht aus.

Derzeit kümmern sich im Rahmen des Weideprojekts etwa ein Dutzend Männer und Frauen abwechselnd um die Tiere. Den Wassertank an dem fahrbaren, bunt bemalten Stall befüllt Henle mit Wasser aus einem Kanister, zudem muss er den elektrischen Weidezaun am Hang täglich ablaufen und auf Stabilität und Stromfluss kontrollieren.

Die etwa 30 vierbeinigen Landschaftspfleger, überwiegend Moorschnucken-Schafe und Ziegen, sind allesamt Muttertiere mit ihren Lämmern und Zicklein. Den ganzen Tag über sind sie auf den Magerrasen und in den Hecken unterwegs und sorgen für eine gründliche Abweidung. Dabei wird selbst das dichteste Dornengestrüpp nicht verschmäht und gefressen. Einige der Ziegen tragen zudem kleine Halsglocken, damit sie besser geortet werden können, falls mal eines ausbüxen sollten.

"Wir achten bei unserem Weidemanagement darauf, dass keine Überweidung stattfindet", versichert Alfred Henle. Daher muss die ganze Herde samt Stall alle paar Wochen weiterziehen.

Die Arbeit mit den Tieren an der frischen Luft macht Henle spürbar Spaß, und so steigt er vor der Heimfahrt nach Winterlingen nochmals über den Zaun, wo sich sogleich einige Ziegen um ihn drängen: um sich Streicheleinheiten bei ihm abzuholen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: