Das Winterlinger Leitungsnetz verliert noch immer viel zu viel Wasser. Foto: Büttner Foto: Schwarzwälder Bote

Wasserversorgung: Eigenbetrieb will 2020 viel investieren und braucht einen Kredit

Die gute Nachrichte für alle, denen die Umwelt und der Geldbeutel am Herzen liegen: Die Wasserverluste in Winterlingen gehen deutlich zurück. Die schlechte: Sie sind immer noch hoch.

 

Winterlingen. Bei 39,7 Prozent lagen die Wasserverluste im Winterlinger Leitungsnetz im Jahr 2018 – vor Jahresfrist waren es noch 47,25 Prozent gewesen – und in sämtlichen Jahren zuvor ebenfalls deutlich mehr, bis hin zum Spitzenwert von 61 Prozent. "Da machen sich die Investitionen in unser Kanalsystem bezahlt", freute sich Bürgermeister Michael Maier im Winterlinger Gemeinderat, als er und Kämmerer Bodo Erath den Haushalt 2020 für den Eigenbetrieb Wasserversorgung vorstellten. Jene in Harthausen, das aus anderer Quelle versorgt wird, nämlich mit Bodenseewasser, sind ebenfalls zurückgegangen, und zwar von 45,61 auf 39,79 Prozent.

Im selben Zeitraum ist die verkaufte Menge von 315 596 aus 343 317 Kubikmeter Wasser gestiegen. 471 550 Kubikmeter umfasst die Fördermenge im Wasserwerk Winterlingen im Jahr 2018.

Für das Jahr 2020 erwartet Erath im Erfolgsplan Erträge in Höhe von 769 700 Euro und Ausgaben in Höhe von 732 300 Euro, so dass ein Gewinn von 37 400 Euro übrig bleibt – da die Schlussabrechnung in den Vorjahren die Planzahlen jeweils bestätigt hatte, weichen diese auch 2020 nicht von denen der vergangenen Jahre ab. Auch die Personalkosten für die beiden Beschäftigten des Wasserwerks bleiben nahezu identisch bei 122 250 Euro.

Im Vermögensplan decken sich Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 573 700 Euro. Hohe Zahlen stehen im Investitionsplan. Darin vorgesehen sind 200 000 Euro für eine neue speicherprogrammierbare Steuerung, 115 000 Euro für den Bau der Wasserleitung in der Weinstetter Straße, sollte er nötig werden, 53 000 Euro für den Bau der Wasserleitung zur künftigen Seniorenwohnanlage beim Freibad sowie 100 000 Euro für den Bau der Wasserleitung im Erweiterungsteil des Baugebiets Riedern. Um 63 000 Euro soll das Schuldenkonto erleichtert werden, und so bleibt zum Jahresende unter dem Strich ein Schuldenstadt von voraussichtlich 735 800 Euro übrig – 116 Euro pro Kopf.

An Erlösen aus dem Verkauf von Wasser erwartet Erath 2020 insgesamt 758 000 Euro und weitere 1000 Euro für Bauwasser. Außerdem braucht der Eigenbetrieb einen Kredit in Höhe von 395 300 Euro. Ihr Plazet dazu gegeben haben die Gemeinderäte mit dem "Okay" für den gesamten Haushalt des Eigenbetriebs. Einstimmig.