Fischer-Draht stellt Insolvenzantrag. Foto: Archiv

Schutzschirmverfahren scheitert. Differenzen mit der IG Metall. Mehr als 50 Kündigungen.

Winterlingen - Das Schutzschirmverfahren bei der angeschlagenen Heinrich Fischer GmbH & Co. KG in Winterlingen ist gescheitert. Jetzt stellt die Firma Fischer-Draht Insolvenzantrag.

Das Schutzschirmverfahren – eine Neuerung im Insolvenzrecht – sieht vor, dass das Unternehmen noch in Eigenverwaltung und binnen drei Monaten versuche, sich zu restrukturieren und einen Sanierungsplan vorzulegen. Das sei nun gescheitert, so der Stuttgarter Rechtsanwalt Marcus Winkler. Deshalb sei nun das Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt worden.

Wie der Anwalt der Firma erklärt, sei mit der IG Metall kein Einvernehmen über die »umfangreichen Personalmaßnahmen« erzielt worden. Walter Wadehn, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Albstadt, sagte, die Mitarbeiter brächten seit zwölf Jahren Sanierungsbeiträge mit dem Ergebnis, dass die Hälfte der 230 Arbeitsplätze abgebaut wurde und die Belegschaft nun noch mal halbiert werden solle.

»Wenn die Leute Sanierungsbeiträge bringen, dann müssen sie wenigstens eine Beschäftigungssicherheit bekommen. Sonst brauche man auch keine Sanierungsbeiträge«, so Wadehn.
Die IGM bereit gewesen, die vom Unternehmen geforderten 200 Stunden unbezahlter Mehrarbeit zuzulassen. Gleichzeitig habe die Firma aber einen Freibrief für die Verlängerung der Arbeitszeit haben und die Tarifbindung kappen wollen. Im Ganzen sei das der Zugeständnisse zu viel, so Wadehn.