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Winterlingen "Das Projekt betrifft alle"

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25 000 Informationsblätter haben die Bürgerinitiative Bitz und die Interessengemeinschaft Fachberg-Riedern am Freitag via Tageszeitung verteilt. Ihre Hoffnung: dass alle Zollernälbler sie lesen – weil der geplante Windpark Winterlingen alle betreffe.

Winterlingen/Bitz. Warum betrifft der geplante Windpark im Winterlinger Wald nahe der Gemarkungsgrenze zu Bitz nicht nur die Menschen im Umkreis? "Wenn die sieben Anlagen gebaut werden dürfen, werden auch andere gebaut werden", befürchtet Herbert Bitsch von der Interessengemeinschaft Fachberg-Riedern. Die hat nun mit der Bürgerinitiative Bitz eine gemeinsame Internetseite, auf der Nutzer unter "Was kann ich jetzt tun?" den für ihre Situation und ihren Wohnort passenden Link anklicken können. Er öffnet Vorlagen und Musterbriefe für Stellungnahmen, die spätestens bis Donnerstag, 4. April, eingereicht werden müssen – so lange läuft die Einspruchsfrist.

Die Unterlagen zum Baugenehmigungsantrag seien "fehlerhaft, unvollständig, ungenau, veraltet; wichtige Informationen sind nicht einsehbar", kritisieren Bitsch und seine Mitstreiter. Weil die Subventionen für die Windräder im windschwächsten Bundesland Baden-Württemberg, wo der Stromertrag 2018 um 27 Prozent unter Plan gelegen habe, über den Strompreis mitfinanziert würden, gehe das Thema alle an.

Dasselbe gelte fürs Thema sauberes Trinkwasser. 40 000 Haushalte, etwa in Bitz, großen Teile Albstadts und Balingen samt Umland erhielten ihr Wasser aus der Gallusquelle. Im Karstgebiet, in dem diese liegt, hätten Windräder wegen der Verseuchungsgefahr nichts verloren. Betonpfähle, die zum Bau in den Boden gerammt werden müssten, veränderten die wasserführenden Schichten. Vom Landratsamt hat Bitsch auf Nachfrage erfahren, dass ein hydrologisches Gutachten bisher nicht vorliege.

Auch die Gesundheitsgefährdung durch den für das menschliche Ohr unhörbaren Infraschall betreffe alle in einem Umkreis von bis zu 15 Kilometern, sagt Bitsch und legt entsprechende Publikationen vor, darunter eine aktuelle Pilotstudie von "Finnish Environmental Health" – sie belege diese These. In punkto Windkraftdichte liege Deutschland auf Platz drei weltweit, verfüge aber über weit weniger Studien zu den gesundheitlichen Folgen von Infraschall als weniger belastete Staaten. Eine Mindestentfernung zu Wohnbauten von 700 Metern, wie sie in Baden-Württemberg gelte, bezeichnet Bitsch deshalb als "reinen Hohn".

"Je mehr Einwände, desto deutlicher der Widerstand!"

Auf dem Infoblatt sind noch weitere Aspekte aufgeführt, etwa die für den Bau nötige Waldrodung, die Gefahren durch Feuer, Eisabwurf und Schattenschlag. "Helfen Sie bitte, damit unsere Gesundheit, unsere einmalige Landschaft mit ihrem hohen Freizeit- und Erholungswert und unsere große Artenvielfalt nicht unter die ›(Wind-)Räder‹ kommen!", appellieren die Bürgerinitiativen an die Zollernälbler. "Je mehr Einwände eingereicht werden, um so sichtbarer wird unser Widerstand."

Weitere Informationen: www.bbi-wk.de

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Karina Eyrich

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