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Winterdienst in Rottweil Warum manche Straßen früher geräumt werden

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Betriebshofleiter Jochen Ruoff (links) und Siegfrid Storz, Teamleiter Stadteigentum, zeigen die Winterdienstfahrzeuge. Foto: Semenescu

Der städtische Betriebshof hat durch den Neuschnee in den vergangnen Tagen Einiges zu tun. Wie sie mit der vielen Arbeit umgehen, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Rottweil - Vermehrt kam es zu Beginn dieser Woche im Kreis zu Unfällen – der Schneeräumdienst hat also einiges zu tun gehabt. Für die kalte Jahreszeit ist der städtische Betriebshof jedoch zum Glück bestens ausgerüstet.

Für die rund 360 Kilometer Straßen und 220 Kilometer Geh- und Verbindungswege sind etwa 30 Mann des Betriebshofs zuständig, erklärt Betriebshofleiter Jochen Ruoff im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Insgesamt seien vier Einsatzleiter für das Gebiet zuständig, die die Strecken kontrollierten und Mitarbeiter für das Schneeräumen auf Abruf einsetzten. Von 3 bis 21 Uhr werde in Schichten abwechselnd gearbeitet, so Ruoff.

"An Salz mangelt es nicht"

Um den Schnee auf den Straßen loszuwerden, werde mit Salz, Sole – einem Gemisch aus Wasser und gesplittertem Lavagestein – gearbeitet. Der Einsatz von Sole sei umweltfreundlicher, da dadurch rund ein Drittel weniger Salz verbraucht werde, fügt der Betriebshofleiter hinzu.

Gleichwohl betont Ruoff: "An Salz mangelt es hier bei uns aber nicht". So seien im Eigenlager etwa 1200 Tonnen Salz gebunkert. Rund 400 Tonnen Salz sollen seit November des vergangenen Jahres bereits für den Winterräumdienst verwendet worden sein. Normalerweise benötige der Betriebshof in der Wintersaison etwa 600 bis 800 Tonnen an Salz, so Ruoff. Mit der Kapazität des Eigenlagers sei also noch Luft nach oben, schmunzelt der Betriebshofleiter.

Das gesplitterte Lavagestein werde ausschließlich für die Fuß- und Gehwege verwendet. Es habe zwar keine auftauende, jedoch eine streuende Wirkung. Der Lava-Splitt sei außerdem ein Naturprodukt und könne sich zu großen Teilen selbst auflösen. Dies spare zum einen Kosten für den Abtransport und die Straßenreinigung, zum anderen habe es auch positive Effekte auf die Umwelt.

Manche Straßen haben Prioriät

Doch welche Straßen haben beim Winterräumdienst eigentlich Vorrang? In einem vom Gemeinderat beschlossenen Winterdienstplan sei genau geregelt, welche Strecken priorisiert werden, erklärt Ruoff. Dabei gebe es zwei Stufen. In der ersten Stufe haben zunächst alle Ortsdurchfahrten von Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen sowie Straßen mit starkem Gefälle und Buslinien Vorrang. Priorität haben außerdem Straßen, die zu Hilfseinrichtungen wie Feuerwehr, Krankenhaus oder Polizei führen.

Die übrigen Straßen, die sich innerhalb geschlossener Ortslage befinden, werden der zweiten Stufe zugeordnet. Der Winterräumdienst werde hier jedoch erst ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern aktiv, oder wenn langfristig mit Schnee- und Eisglätte zu rechnen ist. Dabei gelte: Sofern es die witterungsbedingten Umstände erfordern, muss sich der Betriebshof unverzüglich wieder um Straßen der ersten Priorisierungsstufe kümmern.

Auch Bürger haben Streupflicht, so Ruoff. Diese sei in der städtischen Streupflicht-Satzung, die vom Gemeinderat beschlossen ist, geregelt.

Falschparker blockieren Straßenabschnitte

Das größte Problem sieht der Betriebshofleiter in falsch parkenden Autos, die die Winterdienststrecken blockieren. "Dann können die Winterdienstautos nicht vorbeifahren", sagt er weiter. Dann kann es schon mal sein, dass ein bestimmter Straßenabschnitt nicht direkt vom Schnee befreit werden kann.

Laut Informationen unserer Zeitung habe es in den vergangen Tagen von manchen Bürgern auch Kritik gegeben, dass der Winterräumdienst nicht schnell genug sei und viele Straßen lange zugeschneit blieben. Per Gesetz sei jedoch geregelt, dass der Betriebshof den Schnee zunächst nur von den gefährlichen und viel befahrenen Straßen räumt, betont Ruoff. Erst wenn diese beiden Bedingungen erfüllt sind, erfülle eine Straße den Anspruch, vom Schnee befreit zu werden. "Wir machen aber deutlich mehr Schnee weg, als vom Gesetzgeber verlangt", weiß der Betriebshofleiter.

Info: Streupflicht

Laut städtischer Streupflicht-Satzung sollten Straßenanlieger die Gehwege werktags bis 7 Uhr, an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen bis 8 Uhr geräumt und gestreut haben. Bei Bedarf ist wiederholt zu räumen und zu streuen. Diese Streupflicht endet um 20.30 Uhr. Zum Streuen sollte dabei kein Salz, sondern umweltfreundliche Materialien wie Sand, Asche, Splitt oder Granulat verwendet werden. Im Internet kann diese Satzung nachgelesen werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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