Horst Hipp, Mitarbeiter des Bauhofes, am Salzsilo der Zentrale. Foto: Badura

Der Winterdienst hat für den Burladinger Bauhof Priorität, man ist gut gerüstet. Naturgemäß kommen die Einsätze meist unerwartet – und liegen damit quer zum laufenden Betrieb.

Die ersten Winter-Einsätze haben der Bauhof und die von der Stadt angestellten Firmen bereits hinter sich; der Bestand im Salzsilo des Bauhofes ist schon um zehn Tonnen und der Gesamtvorrat sogar um 180 Tonnen geschrumpft.

 

Doch keine Sorge, beruhigt Rainer Grzywna, es sei genug Streugut vorhanden. „In der Salzhalle am Burladinger Waagrain lagern aktuell 800 Tonnen, zudem sechs Paletten und vier Big-Packs zu je 1000 Kilo mit weiterem Streusalz sind vorhanden“, zählte der Bauhofchef vor einer Woche auf.

Das Salz stammt aus der Saline Haigerloch​

600 Tonnen habe man in diesem Frühling eingekauft. Weniger als in anderen Jahren, doch es seien noch Vorräte aus dem relativ milden Vorwinter übrig gewesen.

Das Salz stammt aus der Saline Haigerloch. Im Vergleich ist es teurer als Material etwa aus dem Ausland. Doch dafür spare man an den Transportkosten. Unterm Strich sei das also wieder preiswerter, so Grzywna.

Die Stadt Burladingen deckt den Winterdienst von 4 Uhr morgens bis 21 Uhr ab. Natürlich rücken die Männer des Bauhofs nachts nur aus, wenn es die Lage erfordert. „Da überlegt man sich, ob man seine Leute morgens wegen ein bisschen Schneefall aus dem Bett jagt: Ist das angesichts der Situation wirklich nötig?“ Andererseits gelte: „Lieber eher als zu spät.“

Der Frühverkehr habe in vergangenen Jahren erheblich zugenommen, erläutert er weiter. „Unglaublich, was schon morgens um 4 Uhr an Berufsverkehr unterwegs ist.“ Wenn dann Nässe und Matsch plötzlich überfrieren, ist das Problem da. Und wenn mal ein Schulbus hängt, ist das alles andere als lustig.“

Der Winterdienst steht „on top“

Zugleich versuche man, das Salz mit Augenmaß auszubringen. Es werde nicht gestreut, komme was da wolle. Zum einen mit Blick auf die Kosten, zum anderen, weil die Kristalle Kanäle und Umwelt schädigen.

Es könne dennoch vorkommen, dass er oder Mitarbeiter nach 21 Uhr und mitten in der Nacht herausmüssen: Etwa wenn sich Unfälle ereignen und man die Arbeit von Rettungskräften auf spiegelglatten Straßen sichern muss.

Der Winterdienst steht „on top“ – zu Deutsch: ganz obenan –, wie Grzywnas Stellvertreter Karl-Moritz Kraus anmerkt. Dabei unterbrechen die Einsätze immer wieder die anderen Aufgaben, denen der Bauhof ebenfalls nachgehen sollte. Zugleich seien Arbeits- und Ruhezeiten einzuhalten. Da müsse man im Dienstplan flexibel sein und mitunter jonglieren – somit eine besondere Herausforderung in jedem Winter.

Unterstützt wird der Bauhof von vier privaten Firmen

Unterwegs ist der Bauhof mit einem Räumfahrzeug-Laster in Burladingen-West, mit einem Unimog im Bezirk Stetten-Hörschwag, mit zwei Radladern in Burladingen-Kern am Marktplatz, auf Parkplätzen und in engen Straßen; weiterhin mit zwei Schmalspurfahrzeugen auf Gehwegen und Plätzen. Ein Team versorgt mit einem Transporter wiederum Gehwege und die Bahnübergänge und ein weiterer Transporter mit einem Mann Besatzung schaut in Hörschwag nach dem Rechten.

Unterstützt wird der Bauhof von vier privaten Firmen und Unternehmen: Rieber kümmert sich um die Bezirke Burladingen Ost und Gauselfingen, Bogenschütz ist für Strecken in Ringingen und Salmendingen zuständig, Girra für die Ortschaften im Killertal, Sassa betreut Hermannsdorf und Viesel ist in Melchingen vor Ort.

Hausbesitzer sind ebenfalls in der Pflicht

„Wir sind gut aufgestellt, auch wenn unsere Fahrzeuge teils sehr in die Jahre gekommen sind. Streugut ist ebenfalls ausreichend vorhanden“, gibt sich der Leiter des Bauhofes gelassen. Selbstverständlich hofft er dennoch auf einen nicht allzu harten und nicht allzu langen Winter. Im schlimmsten Fall – das kam schon vor, aber selten – müsste man Salz nachordern. Das sei dann immer etwas teurer, als wenn man im Frühjahr die Lager füllt.

Noch zum Thema Gehwege: Die Stadt räumt Gehwege, die an städtischen Flächen und städtischen Gebäuden vorbeiführen. Für Wege vor Privathäusern ist sie nicht zuständig. Hier stehen die Hausbesitzer in der Sicherungspflicht.