Jeden Morgen besprechen Betriebshofleiter Alexander Mix (links) und Technischer Einsatzleiter Markus Calmbach die aktuelle Lage. Foto: Köncke

Betriebshof ist auf Schneefall vorbereitet. Besonderes Augenmerk liegt auf Schulbusrouten.

18 Mitarbeiter und zwölf Einsatzfahrzeuge – der Städtische Betriebshof Altensteig ist für den Winterdienst gerüstet. 360 Tonnen Streugut lagern in den Silos. Zuerst kommen Landes- und Kreisstraßen an die Reihe.

Altensteig - Am Dienstag vergangener Woche hat es in Altensteig zum ersten Mal in diesem Winter leicht geschneit, am Samstag waren die Straßen an manchen Stellen glatt, und an diesem Dienstag hat Frau Holle ihr Bett erneut kurz ausgeschüttelt. "Was nicht ist, kann noch kommen", ist der Technische Einsatzleiter des Altensteiger Betriebshofs, Markus Calmbach, überzeugt. "Wir sind bei starken Schneefällen gut vorbereitet", versichert der neue Betriebshofleiter Alexander Mix. Auf dem Hof und in der Halle stehen sieben große und fünf Schmalspurfahrzeuge, die loslegen können, wenn es die Wetterlage erfordert und der Verkehr auf den Straßen im Kernort und in den Stadtteilen ungehindert fließen soll.

Wer kommt zuerst an die Reihe? "Landes- und Kreisstraßen, danach Strecken des öffentlichen Personennahverkehrs, Bushaltestellen und Zufahrten zu Kindertagesstätten", erläutert Calmbach den Ablaufplan. Ein besonderes Augenmerk werde auf die Dorfer Straße gelegt. Weil täglich rund 1900 Schüler in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen der Altensteiger Oberstadt unterrichtet werden "und viele mit dem Bus unterwegs sind, muss sie bis spätestens 6 Uhr vom Schnee befreit und falls erforderlich auch gestreut sein", weiß der Technische Einsatzleiter, was zu tun ist. Damit das überall funktioniert, brechen abwechselnd vier Bereitschaftsleiter frühmorgens zwischen 3 und 4 Uhr zu Kontrollfahrten auf und melden den aktuellen Zustand an die Zentrale. Spätestens um 7 Uhr sitzen auch die beiden Führungskräfte Mix und Calmbach an ihrem Schreibtisch, besprechen den Tagesablauf und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Gestreut wird nur soviel wie nötig

Zum Einsatz kommt "meist trockenes Streusalz, aber nur die Menge, die unbedingt benötigt wird", liegt dem Betriebshofleiter am Herzen. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer sei wichtig, aber auch der Umweltschutz. Mit moderner Gerätetechnik könne man das gut steuern. Auf öffentlichen Treppenanlagen und Fußwegen streue man Splitt und selten Salz. Und wenn, dann nicht im Umfeld von Bäumen und Grünflächen an Straßenrändern.

Bei der Gelegenheit weist der Betriebshof darauf hin, dass sich am Winterdienst auch Hausbesitzer beteiligen müssten. Sie seien verpflichtet, Gehwege und Flächen am Fahrbahnrand werktags bis um 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis spätestens 9 Uhr zu räumen und bei Schneefällen tagsüber in bestimmten Zeitabständen. Die Pflicht würde um 21 Uhr enden. Weitere Einzelheiten stehen in einer von der Stadt herausgegebenen Broschüre ("Der Winter kommt – Sind Sie bereit?"), die im Altensteiger Rathaus und im Betriebshof vorrätig ist.

Auch wenn dieses Jahr wegen Corona der traditionelle Weihnachtsmarkt in der Altstadt ausgefallen ist und deshalb keine Hütten rund ums Alte Rathaus auf- und abgebaut werden müssen und auch keine Arbeiten für die Weihnachtsausstellung im Schlossmuseum anfallen, "sind wir im Betriebshof nicht arbeitslos", weist Mix auf eine Fülle anderer Aufgaben hin. Regelmäßig seien Mitarbeiter bei der Stadtreinigung mit Müllsäcken und Kehrmaschinen unterwegs, setzen Schneepfosten als Orientierungshilfe für Räumfahrzeuge, schneiden Büsche zurück, saugen mit Laubbläsern restliche Blätter ein, kümmern sich um die Standfestigkeit von Grabsteinen auf den Friedhöfen. Gerade sei man dabei, für die Einrichtung des Waldkindergartens in Wart den Maschinenweg in einen befestigten Weg umzuwandeln.