Nagolds Bauhof ist auf den Winter vorbereitet. Foto: Fritsch

Die ersten Frostnächte sind da, morgens muss man die Autoscheiben freikratzen. Wir haben nachgefragt, wie es mit freien Straßen durch den Winterdienst in Nagold aussieht.

Klamme Kassen hin oder her, am Personal für den Winterdienst hat die Stadt Nagold im Vergleich zum Vorjahr nicht geschraubt. Insgesamt 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden in dieser Saison – wie schon in der vergangenen Saison – das Winterdienst-Team der Stadt Nagold. Das teilt Julia Glanzmann, Pressesprecherin der Stadt Nagold, in einer Antwort auf eine Anfrage der Redaktion mit.

 

Die städtischen Winterdienst-Mitarbeiter wechseln sich in einem wöchentlichen Bereitschaftsdienst ab – von Anfang November bis Ende März. Bei Bedarf rücken sie schon in den frühen Morgenstunden aus. Glanzmann schafft auch bei weiteren Fragen zum Thema Winterdienst Klarheit

Wie lange dauern bei der Stadt Nagold die Winterdiensteinsätze?

In der Regel dauern normale Einsätze – etwa für das Streuen bei überfrierender Nässe – von 4 bis maximal 8 Uhr. Bei Schneefall mit Pflugeinsatz sind mindestens zwei Stunden mehr zu rechnen – also von 3.30 Uhr bis mindestens 10 Uhr.

Welche innerstädtischen Straßen haben beim Winterdienst Priorität?

Der Winterdienst richtet sich nach Dringlichkeitsstufen: Durchgangsstraßen und Busstrecken haben oberste Priorität. Sind diese von Schnee und Eis befreit, werden die Nebenstraßen und Wohngebiete abgefahren.

Öffentliche Geh- und Radwege im innerörtlichen Bereich sowie Parkhäuser werden ebenfalls gestreut, soweit dies möglich ist. Zusätzlich kümmern sich mehrere Mitarbeiter gezielt um Handstrecken wie Bushaltestellen.

Der Winterdienst wird dabei vorrangig auf Radwegen, die der Schulwegsicherung unterliegen, durchgeführt. Erst dann auf den gemeindeverbindenden Radwegen und anschließend, falls erforderlich, auf den Fernradwegen im Zuge des klassifizierten Straßennetzes.

Beim Streuen setzt man vermehrt auf Kochsalz. Foto: Fritsch

Gibt es beim Winterdienst heikle Strecken in Nagold, auf die man besonders achtet, oder wo es immer wieder zu Problemen kommt?

Dazu gehören der Bereich Wezenäcker in Schietingen sowie die Ortsverbindungsstraße von Haiterbach nach Schietingen, der Kronenbuckel und Gündringen, der Vollmaringer Weg ab dem Wolfsberg abwärts, die Rohrdorfer Steige, die Zufahrt zum Friedhof Pfrondorf, zahlreiche Stichstraßen wie die Faltergasse, sowie Straßen wie die Erwin-Rommelstraße insbesondere im Bereich der Straßenmeisterei.

Was wird denn in Nagold gestreut?

In Nagold wird vorwiegend mit auftauenden Stoffen, im Wesentlichen mit Natriumchlorid (Kochsalz), gestreut. Natriumchlorid ist als natürlicher Stoff kurzfristig, kostengünstig und in größeren Mengen lieferbar. Sole wird direkt auf dem Baubetriebshof durch die eigene Soleanlage produziert. Hierfür wird Streusalz mit Wasser gemischt.

Fahrzeuge im Nagolder Bauhof Foto: Bernklau

Splitt wird nur an neuralgischen Punkten (Marktstraße / Fußgängerzone) und auf Gehwegen ausgebracht, auf Straßen ist der Stoff durch Fahrtwinde und Reifen zu flüchtig.

Unter ökologischen Gesichtspunkten stellt sich beim Einsatz von abstumpfenden Streustoffen wie Sand, Splitt oder Granulat bei der Stadt eine Ernüchterung ein. Abstumpfende Streustoffe haben eine schlechtere Ökobilanz als Streusalz. Zum Erzielen einer abstumpfenden Wirkung ist eine Streumenge von 150 Gramm pro Quadratmeter (beim Auftausalz nur 15 Gramm pro Quadratmeter) erforderlich. Bei Eis- und Reifglätte sind abstumpfende Stoffe aus Sicht der Stadt „nahezu wirkungslos“.

Wie kommt die Stadt an ihre Streumittel?

Die Streustoffe werden jährlich im Frühjahr ausgeschrieben. Die Bestellung erfolgt bei renommierten Herstellern wie Wacker Salzwerke oder Süd Salz Werke sowie über Speditionen und Zwischenhändler wie Aspit, jeweils im Rahmen eines regulären Angebotsverfahrens mit Preis-Leistungs-Vergleich.

Im Basislager der Spedition Hammer bei Sigmaringendorf auf der Schwäbischen Alb stehen 4000 Tonnen Streusalz bereit. Für die Saison 2025/26 werden für den Baubetriebshof Nagold 500 Tonnen mit einem 24/7-Lieferservice vorgehalten.

Wer übernimmt eigentlich das Räumen/Streuen der vielen Schulhöfe – auch in den Teilorten?

Für den Winterdienst auf den Schulhöfen, sowohl in der Kernstadt als auch in den Teilorten, sind mehrere Beteiligte gemeinsam verantwortlich. Die Aufgaben werden vom Gebäudemanagement Nagold über die jeweiligen Hausmeister koordiniert. Unterstützt werden sie dabei von externen Dienstleistern sowie dem Baubetriebshof.

Wie viel Splitt ist im Stadtgebiet in Behältern öffentlich zugänglich? Und wo?

In der Regel wird im Stadtgebiet an neuralgischen Punkten eine Gesamtmenge von 20 Kubikmetern – das sind etwa drei Lastwagenladungen – verteilt. Nach der Wintersaison wird der ausgebrachte Splitt im Frühjahr wieder zusammengekehrt und fachgerecht entsorgt.