Fußball-Verbandsligist FC Holzhausen befindet sich in der Winterpause. Wir haben Rainer Huss, seit Sommer Sportlicher Leiter, zum ausführlichen Gespräch getroffen.
Im Juni diesen Jahres erlebte Rainer Huss als Teammanager noch den Aufstieg der TSG Balingen in die Regionalliga Südwest mit, seit Juli agiert er offiziell als Sportlicher Leiter des FC Holzhausen. Gegen erneute Jubelszenen zur selben Zeit des kommenden Jahres hätte er nichts einzuwenden – im Falle des FCH beträfe dies den Aufstieg in die Oberliga.
Mehrmals im Gespräch fällt dieser Begriff. Auf die Frage nach seinen Wünschen für 2026 sagt er schmunzelnd: „Aufstieg in die Oberliga und Einzug ins Pokalfinale. Aber der Fußball ist natürlich kein Wunschkonzert, das ist klar.“ Gerade das erstgenannte Ziel ist aber kein unrealistisches, schließlich überwintert der FCH mit 39 Punkten auf dem 2. Platz. Dieser würde zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigen – dass dies jedoch kein Selbstläufer wird, hat man in den Duellen mit Türk Singen schmerzlich erfahren müssen.
Young Boys in der Favoritenrolle
Huss bilanziert: „Ich denke, unsere Punktzahl bildet die Realität der Leistungen gut ab. Wir haben sicher auch mal glücklich gewonnen, hatten aber auch Spiele, in denen wir trotz klarem Chancenplus nicht als Sieger vom Feld sind.“ Die Young Boys Reutlingen, aktuell mit 45 Zählern Tabellenführer, sieht er definitiv in der Favoritenrolle für den direkten Aufstieg: „Sie waren schon klar besser und werden sich wie man hört im Winter auch nochmals verstärken.“
Derlei Aktivitäten sind in Holzhausen im Winter eher nicht geplant. Huss verweist auf den 24-Mann starken Kader. So könnte sich ein Spieler womöglich noch im Winter verändern, eine Entscheidung steht aber noch aus. „Ich habe in den vergangenen Wochen bereits mit allen Spielern gesprochen und sie zur bisherigen Saison und der neuen Konstellation befragt. Im Winter wird nichts Spektakuläres bei uns passieren. Wir reagieren nur, wenn sich etwas Sinnvolles auftut, und wenn dann auch nur im offensiven Bereich“, so Huss.
Wenige Gegentreffer
So lobt er gerade die Defensive der Seemann-Elf in höchsten Tönen. Mit nur 14 Gegentreffern stellt man die sicherste Abwehr der Verbandsliga. „Da haben wir unseren Job wirklich gut erledigt. Es war das Ziel die Gegentreffer zu verringern, und ein Spiel auch mal 1:0 gewinnen zu können, das ist gelungen“, resümiert Huss. In starken zehn Pflichtspielen blieb das Team ohne Gegentor.
Potenzial gebe es hingegen noch im Spiel mit Ball. „Das wird die Hauptaufgabe für das Trainer-Team, mit dem wir sehr zufrieden sind, sein. Da kann man sicher noch an ein paar Stellschrauben drehen“, erklärt Huss. 18 der 40 Tore – und damit fast 50 Prozent – gehen auf das Konto von Janik Michel. Es folgen Tim Steinhilber mit sieben (vier davon im Spiel bei der TSG Tübingen) und Lsyander Skoda mit fünf „Buden“.
Noch eineinhalb Jahre Vertrag
Huss, der wie auch Daniel Seemann im Sommer für zwei Jahre unterschrieben hat, weiß: „Wenn es mit dem Aufstieg klappt, wäre das sehr schön. Wir haben aber keinen Druck und nehmen sonst kommende Saison einen neuen Anlauf. Klar ist, dass es dort aber womöglich schwieriger werden könnte, wenn man sich potenzielle Absteiger aus der Oberliga anschaut. Zudem wird der 1. FC Heidenheim wohl seine 2. Mannschaft ins Rennen schicken.“
Huss ist zufrieden
Auch abseits der sportlichen Belange hat Huss genug zu tun. Er zieht einen Vergleich zu seinem Ex-Club, der TSG Balingen: „Auch da ging es sehr familiär zu. Das steht mir gut zu Gesicht. Ich sehe hier noch viel Potenzial, auch was die Infrastruktur anbelangt.“ Hier sei beispielsweise eine Flutlichtanlage für das Hauptspielfeld zu nennen. „Man kann viel außerhalb bewegen. Ob alles gelingt, wird man sehen. Das sind Herausforderungen und das sehe ich positiv. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem ersten halben Jahr“, sagt Huss abschließend.