Nostalgische Fotos und historische Skiausrüstung: Die Winterausstellung „Schlitten–Ski–Schlittschuh“ lässt vergangene Winter in Wildberg wieder lebendig werden.
Eine Wollmütze, eine Strickjacke und Gamaschen: Mehr brauchte es vor knapp 100 Jahren nicht, um mit Skiern die Piste hinunterzufahren. Heute sieht das in Zeiten von Skihelmen, Daunenjacken und Funktionsunterwäsche ganz anders aus. Das Museum im ehemaligen Kloster Maria Reuthin in Wildberg lädt mit der Winterausstellung „Schlitten–Ski–Schlittschuh“ zu einer Reise in die Vergangenheit ein.
Noch bis Ende Februar können Besucher die historischen Stücke an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 16 Uhr betrachten. „Im Februar kann es ja immerhin auch noch Schnee haben“, witzelt Christine Seibold, Mitglied des Arbeitskreises. Alljährlich präsentiert der Arbeitskreis im Rahmen der Dauerausstellung zu allen vier Jahreszeiten zusätzliche Kleinausstellungen.
Die Ausstellungsstücke lagern seit Jahrzehnten im Fundus des Organisation. Tatsächlich wurden die Exponate bereits vor 20 Jahren bei der Winterausstellung 2005 gezeigt. Für die diesjährige Präsentation wurde die Sammlung zusätzlich durch Leihgaben ergänzt. „Nach Haushaltsauflösungen von Privatpersonen kommen über die Jahre auch noch ein paar Stücke dazu“, erzählt Seibold.
In den vergangenen Jahren waren bereits historische Adventskalender, Christbaumständer und Puppenstuben Teil der Winterausstellung.
In diesem Jahr entschieden sich die Organisatoren, Stücke zu zeigen, die zum Teil entstanden sind, noch bevor der Skisport populär wurde. Skistöcke aus Ästen, antike Schlittschuhe und Holzski aus den 1920er-Jahren lassen erahnen, wie improvisiert die damalige Ausrüstung gewesen sein muss: „Die waren ganz schön kreativ damals“, staunt die Wildbergerin.
Sogar ein handgefertigter Skiholzbob von 1900 hat einen Platz gefunden – eine Leihgabe der Familie Carle. Die Ausstellung reicht bis zu neuzeitlicher Funktionskleidung, Langlaufski und Snowboards aus den 1970er- und 80er-Jahren. Bisher besichtigen vor allem ältere Besucher die Ausstellung. „Ich denke, dass diese Schau auch für jüngere Menschen interessant sein könnte“, hofft sie.
1962 war die Nagold zugefroren
Auf einigen Bildern der Ausstellung ist Wildberg kaum wiederzuerkennen. Auf einem Foto stehen mehrere Personen auf dem zugefrorenen Fluss Nagold, aufgenommen vor mehr als 50 Jahren. „Ohne Winterjacken und in kurzen Hosen – man kann kaum glauben, dass auf den Bildern Winter war“, staunt sie.
Beeindruckend sind auch einige Fotos, die Erika Bantle zur Verfügung stellte: Glücklich strahlende Bewohner auf Skiern und mit Wollmützen vor ihren Häusern in Wildberg, bereit, die Kochsteige hinunterzufahren. „Das kann man sich heute kaum noch vorstellen – wir hatten ja schon ewig keine weißen Weihnachten mehr“, bedauert Christine Seibold bei der Präsentation der Fotos.