Heizen mit Brennholz ist beliebt – die Holzpreise schwanken. Foto: Bastian Weltjen - stock.adobe.com

Wie entwickeln sich Preise und Nachfrage beim Brennholz in der Region? Wir haben nachgefragt, wie es derzeit um den Markt im Landkreis Rottweil steht.

Die Temperaturen erreichen dieser Tage immer häufiger den Nullpunkt. Auch wenn sich die Sonne tagsüber noch zeigt, ist es draußen bereits eisig. Damit ist die Heizsaison offiziell eröffnet. Besonders das Heizen mit Holz bleibt für viele eine beliebte Möglichkeit, die eigenen vier Wände auf wohlige Temperaturen zu bringen. Um zu erfahren, wie es aktuell um den Brennholzmarkt in der Region steht, haben wir uns umgehört.

 

Thomas Rasch von der Firma Brennholz Rasch in Dietingen berichtet, dass die Nachfrage nach Brennholz in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben ist. „Zur Zeit der Energiekrise und zu Beginn des Kriegs in Russland war die Nachfrage höher, und die Menschen haben sich stark eingedeckt. Doch nun ist sie wieder auf ein Normal-Niveau gesunken“, erklärt Rasch. Von manchen Kollegen höre er jedoch, dass der Verkauf aktuell eher schleppend laufe.

Auch beim Preis habe sich wenig verändert. „Man merkt, dass die Kommunen die Preise seit der Energiekrise recht hoch angesetzt haben und nur langsam von diesen Preisen runtergehen. Darum sind die Einkaufspreise auch noch auf hohem Maß“, sagt Rasch. Vor der Krise habe der Einkaufspreis bei Buche etwa 60 bis 65 Euro pro Festmeter gelegen, aktuell liege er bei rund 90 bis 95 Euro. Hinzu kämen die steigenden Transportkosten. „Da kann man pro Festmeter noch etwa 20 Euro rechnen, bis es auf dem Hof ist“, so Rasch weiter.

Aktuell gibt es keine Engpässe

Während sich die Preise kaum bewegen, bleibt auch die Sortenauswahl konstant. Die Firma Rasch verkauft ausschließlich Hartholz, keine Nadelhölzer. „Das liegt daran, dass es hier kaum Nachfrage gibt“, erklärt Rasch. Stattdessen bietet das Unternehmen reine Buche oder eine Holzmischung aus Buche, Esche und Ahorn an. Diese Mischung sei etwas günstiger als reines Buchenholz und mache rund 70 bis 80 Prozent der Verkäufe aus.

Positiv sei, dass es aktuell keine Engpässe mehr gebe – weder bei der Lieferung noch beim Personal. Damit könne das Unternehmen die Nachfrage zuverlässig bedienen.

Bei schlechtem Wetter melden sich die Kunden

Erfahrungsgemäß, so Rasch weiter, sei der April der Monat, in dem die meisten Stammkunden ihre Bestellungen für den kommenden Winter aufgeben. „Aktuell sind die Nachfragen etwas zurückhaltend, aber sobald wieder ein Tag mit schlechtem, regnerischem Wetter kommt, melden sich mehr Kunden, da sie zuhause sitzen und es gerne warm möchten“, erzählt Rasch schmunzelnd. Auch nach der Urlaubszeit steige das Interesse meist wieder an.

Doch nicht nur private Anbieter wie die Firma Rasch bieten Brennholz an. Auch beim Forstamt des Landkreises Rottweil kann Holz erworben werden. Eine Sprecherin des Landratsamts berichtet: „In diesem Jahr ist die Nachfrage nach Brennholz geringer als im vergangenen Jahr, obwohl sich die Preise im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert haben.“ Derzeit liege der Preis bei rund 40 Euro pro Festmeter für Fichte und Tanne sowie bei etwa 80 Euro pro Festmeter für Buche, Esche und Ahorn.

Kaufverhalten hängt vom Ölpreis ab

Die Hauptsaison beim Forstamt liegt erfahrungsgemäß im Dezember, „rund um die Weihnachtszeit“. In manchen Revieren gebe es keine Mengenbegrenzung, andere wiederum setzten ein Limit von maximal zehn Festmetern pro Privatperson.

Auch hier zeigt sich: Die Nachfrage nach Nadelholz ist deutlich geringer als jene nach Buche. „Das Kaufverhalten hat sich kaum verändert. Die meisten Kundinnen und Kunden kaufen weiterhin eher kurzfristig. Ein gewisser Zusammenhang besteht mit dem Ölpreis: Ist dieser niedrig, wird in der Regel etwas weniger Brennholz nachgefragt“, erklärt die Sprecherin des Landratsamts Rottweil.