Schneebedeckte, glatte Straßen und Gehwege: Die winterlichen Verhältnisse in Rottweil an Dreikönig sorgten für Kritik. Das sagt die Stadt dazu.
Wenn mancher Abstauber am Dienstagmorgen ins Stolpern geriet, so war das nicht zwingend auf den Alkoholgenuss zurückzuführen. Mehrere Bürger klagten an Dreikönig gegenüber unserer Redaktion über schneebedeckte Gehwege und Straßen. In den Tagen zuvor war zudem in den Sozialen Medien die Frage aufgeworfen worden, ob es denn keinen Winterdienst mehr gebe. Wir fragen bei der Stadt nach: Kann sie die Kritik nachvollziehen?
Ausfälle oder besondere Umstände gab es jedenfalls nicht, wie Tobias Hermann, städtischer Pressesprecher, uns mitteilt. An Dreikönig habe es gegen 9 Uhr zu schneien begonnen. „Unser Winterdienst ist sofort ausgerückt und ist die Straßen der ersten Priorität sogar zweimal durchgefahren. Nach unserer Einschätzung waren diese Straßen gut befahrbar.“ Da die Salzwirkung nach einer gewissen Zeit nachlasse, habe man die Straßen der ersten Priorität dann ab 18 Uhr nachgestreut. Gegen 21.45 Uhr habe der Winterdienst seinen Einsatz beendet.
An Dreikönig habe es im gesamten Stadtgebiet nur einen Unfall – Unfallursache überhöhte Geschwindigkeit – gegeben, wie die Polizei berichtet habe, unterstreicht Hermann die Einschätzung der Stadt. Am Mittwochmorgen habe der Winterdienst witterungsbedingt dann um 3 Uhr begonnen.
Stadt wirbt bei Bürgern um Verständnis
Die Straßen der zweiten Priorität würden erst ab zehn Zentimetern Schnee geräumt, oder wenn extreme Glätte vorhanden sei, erklärt der städtische Pressesprecher. „Die derzeitige Schneehöhe beträgt circa zwei bis drei Zentimeter, extreme Glätte ist nach unserem Ermessen nicht vorhanden. Ein Räumen der Straßen in der zweiten Kategorie erfolgt derzeit also nicht und ist auch nicht erforderlich“, so das Fazit der Stadt.
Generell tue der Winterdienst sein Möglichstes – und dies nach einer klaren Priorisierung. Bei wiederholtem oder anhaltendem Schneefall dauere es zudem auch auf den priorisierten Hauptstrecken eine Zeit, bis der Winterdienst die Strecken geräumt habe. „Wir versuchen hier jährlich aufzuklären und werben bei den Bürgern um Verständnis für unsere Vorgehensweise“, teilt Hermann mit.
Priorität und personelle Ausstattung
In Stufe eins seien alle Ortsdurchfahrten von Bundes-, Landes-, und Kreisstraßen, Straßen mit starkem Gefälle und Straßen mit Buslinien zu bedienen. Vorrang hätten zudem Straßen zu Hilfseinrichtungen wie Feuerwehr, Krankenhaus oder Polizei. In Stufe zwei würden die übrigen Straßen (innerhalb geschlossener Ortslage) bedient, allerdings erst ab einer Schneehöhe von zehn Zentimetern, oder wenn langfristiger Glätte zu rechnen sei.
Bei akutem Schneefall und Glätte sei der Räumdienst in der Zeitspanne zwischen 3 Uhr und 21 Uhr aktiv – bei Bedarf auch länger.
Zur personellen Ausstattung in Rottweil teilt uns Tobias Hermann mit, 35 Mann des Betriebshof kümmerten sich um rund 360 Kilometer Straßen und 220 Kilometer Geh- und Verbindungswege.
Manche teilen die Kritik, andere gar nicht
Dass die Frage der Räumqualität eine sehr subjektive sein kann, zeigt auch die Diskussion in einer Rottweiler Facebookgruppe. Während die einen die Kritik am Winterdienst bekräftigen – „War’s in Rottweil schon mal besser? Mir nicht bekannt“ und „Rottweil hat jedes Jahr dasselbe Problem und bekommt es nie hin. Es wird jedes Jahr, aufs Neue, vom Winter überrascht“– können andere diese überhaupt nicht nachvollziehen. „Wegen ein paar Zentimetern Schnee meckern?“, heißt es da etwa, und: „Wer Auto fährt, sollte auch mit solchen Straßen umgehen können“.
Zusätzliche Maßnahmen in Sachen Winterdienst sind, aus Sicht der Stadtverwaltung zumindest, nicht erforderlich – „und wären und trotz guter Ausstattung unseres Winterdienstes auch nicht leistbar“, teilt Tobias Hermann mit. Probleme beim Winterdienst könnten Bürger mithilfe des Schadensmelders auf www.rottweil.de weitergeben.