Der Januar war grau und kalt und hat den Schnee gebracht. 15 Zentimeter Neuschnee in Summe: Der Januar verdient das Prädikat „Wintermonat“. Übrigens: Der aktuelle Winter war bisher etwas kälter als die Winter in vorhergehenden Jahren. Foto: IMAGO/penofoto

Warum der Monat trotz milder Phasen als echter Wintermonat gilt und welche Extreme in Heselwangen gemessen wurden: Das zeigen die gemessenen Daten der Wetterstation.

Das Wetter zum Jahresauftakt war dreigeteilt: Auf eine winterliche Phase mit strengem Frost folgte eine fast frühlingshafte Witterung, um dann wieder mehr winterlich im letzten Monatsdrittel zu enden. In der Gesamtbilanz fiel der diesjährige Januar etwas zu kalt, sehr trocken und außergewöhnlich sonnig aus.

 

Kalt und sehr trocken

Blickt man zurück, so zeigt sich, dass es im Durchschnitt in der gültigen Vergleichsperiode (1991 bis 2020) in der hiesigen Region im Januar eine Durchschnittstemperatur von plus 0,9 Grad Celsius in Heselwangen gab, an Niederschlag in Form von Regen oder Schnee im Mittel 44,7 Liter pro Quadratmeter fielen und die Sonne in diesem Zeitraum durchschnittlich 78,5 Stunden schien.

Der diesjährige Januar brachte es dagegen auf eine sogenannte Mitteltemperatur von plus 0,5 Grad Celsius (um 0,4 Grad zu kalt), auf nur 24,6 Liter Niederschlag (55 Prozent des Durchschnittswertes) und auf 117,5 Sonnenscheinstunden, das entspricht 150 Prozent. Alle angeführten Werte wurden in Balingen-Heselwangen, 573 Meter über dem Meer, registriert.

An Silvester lag die Region unter einer weißen Decke

Das Jahr 2026 begann sonnig, aber auch stramm winterlich mit minus 9,0 Grad am 1. Januar und mit einer Schneedecke von zwei Zentimetern. In den Folgetagen schüttelte Frau Holle verhalten ihre Betten, und so wuchs die Schneedecke bis zum 8. Januar auf sechs Zentimeter an. Parallel dazu sanken die Temperaturen an der Station in Heselwangen bis auf minus 13,2 Grad am 7. Januar – dem Tiefstwert im Monat. Die DTN-Station Albstadt-Doline meldete am selben Tag minus 24,1 Grad Celsius als Tiefstwert.

Um den 13. Januar herum waren dann über dem Nordatlantik mehrere Tiefdruckgebiete aktiv, die nunmehr für wechselhaftes Wetter in Deutschland sorgten und mit einer west- bis südwestlichen Strömung milde Meeresluft auch in den Zollernalbkreis führten. Die Tag- und Nachttemperaturen blieben zunächst im Plusbereich. Kein Tropfen Regen fiel in den folgenden 12 Tagen. Dafür schien die Sonne reichlich – 42,9 Stunden alleine im zweiten Monatsdrittel. Am 16. Januar wurde die höchste Monatstemperatur mit plus 13,5 Grad gemessen, und so reichte die Temperaturspanne von -13,2 Grad bis plus 13,5 Grad – also über 26,7 Grad hinweg.

Die Nachttemperaturen liegen im Frostbereich

Fast pünktlich zum Beginn des letzten Monatsdrittels kehrte der Winter zurück. Die Nachttemperaturen lagen nun durchweg wieder im Frostbereich. Es schneite auch wieder – doch die gefallenen Mengen waren landesweit sehr unterschiedlich. Doch mit einer Neuschneesumme von 15 Zentimetern im ganzen Januar und 12 Tagen mit einer geschlossenen Schneedecke darf man dem Januar dieses Jahres durchaus das Prädikat „Wintermonat“ verleihen.

Übrigens: Der diesjährige Winter war bisher etwas kälter als die der vorhergehenden Jahre. Wem dies schon kalt vorkam, wird staunen, was sich vor 70 Jahren ereignete: Im Februar 1956 suchte eine extreme Kältewelle Deutschland und weite Teile Europas heim. Im Erzgebirge sank damals in Marienberg die Temperatur auf -35,5 Grad Celsius. Die verheerende Kälteperiode ließ damals auch die meisten großen Flüsse Deutschlands zufrieren. Selbst der Rhein erstarrte an vielen Stellen zu Eis.

In Balingen gab es damals noch keine Wetterstation des DWD – doch es gab eine im benachbarten Hechingen. Der Betreuer der Hechinger DWD-Station meldete minus 28,1 Grad am 10. Februar, und von den 28 Februartagen waren 27 Tage sogenannte „Eistage“, an denen die Temperatur den ganzen Tag über nicht über 0 Grad Celsius hinauskam.