Die saisonalen Sperrungen im Nationalpark Schwarzwald beginnen wieder nach Weihnachten. Diesmal gibt es Neuerungen.
Die Winterzeit ist immer eine ganz besondere im Nationalpark Schwarzwald – schön für alle Gäste, die Wintersport lieben und den Zauber der ruhigeren Jahreszeit.
„Das kann ein besonderes Vergnügen sein, die Natur in diesen Monaten mit allen Sinnen zu erleben – die feuchte, würzige Luft zu schmecken, den kühlen Wind auf der Haut zu spüren, die gedämpften Geräusche des Waldes zu hören“, wird Nationalparkleiter Berthold Reichle in einer Mitteilung vom Ruhestein zitiert.
Für viele Tiere allerdings ist der Winter eine sehr herausfordernde, zum Teil sogar lebensbedrohliche Jahreszeit. „Sie brauchen daher unbedingt verlässliche Ruhezonen, die wir ihnen natürlich gerade im Nationalpark, wo der Naturschutz oberste Priorität hat, unbedingt zur Verfügung stellen möchten“, ergänzt Nationalparkleiterin Britta Böhr. Auch in diesem Jahr werden daher wieder einige Wege im Schutzgebiet ab dem 27. Dezember für die Wintersaison gesperrt.
„In den Herbst gehen die Tiere noch mit angefutterten Energiereserven aus dem Sommer. Besonders kritisch wird es für viele von ihnen dann im Spätwinter, wenn das aufgebrauchte Polster auf sehr kalte Temperaturen trifft. Die Wintersperrungen fokussieren deshalb auf diese kritische Zeit“, erklärt Urs Reif, leitender Ranger im Nationalpark.
Brut- und Aufzuchtbereiche länger gesperrt
Beruhigt werden vor allem Bereiche, in denen sich Wildtiere zurückziehen oder in denen die Auerhühner später ihre Küken aufziehen. „Rotwild wie auch Auerhühner sind Schirmarten für viele andere, die auch von der Beruhigung profitieren und so einfach sicherer durch den Winter kommen“, sagt Reichle.
Spätestens am Dreikönigstag sollen alle Schilder ausgebracht sein, die Wege bleiben dann jeweils bis zum 15. März oder 15. Mai gesperrt – je nachdem, ob es sich um reine Winterruhezonen handelt oder ob auch Brut- und Aufzuchtbereiche dazugehören.
Besondere Regeln für Auerhühner
Eine Ausnahme von dieser neuen Regel gibt es außerdem bei der sogenannten Nato-Pipeline oberhalb des Ruhesteins: „Diese Strecke ist ein Schwerpunktbereich für die Auerhahnaufzucht und ist im Sinne des landesweiten Auerhahn-Notfallplans bereits seit dem 1. Dezember und bis zum 31. Juli gesperrt“, erläutert Reif.
Für diesen Winter gibt es zudem eine besondere Situation aufgrund des anstehenden Lückenschlusses, heißt es weiter. In manchen Bereichen kommen neue Flächen hinzu, während andere mit dem Borkenkäfermanagement zum Landesforstbetrieb Forst-BW wechseln. „Wir haben deshalb beschlossen, auf einige Sperrungen zu verzichten, bis alle Zuständigkeiten klar sind“, sagt Urs Reif.
„Es ist wirklich sehr wichtig, dass Besucher und Besucherinnen auf den offenen Wegen bleiben und sich insgesamt rücksichtsvoll verhalten. So können sie die Winterzeit genießen und dabei Rücksicht auf die Bedürfnisse der Tiere nehmen“, sagt Reif.
Für Tage, an denen das Wetter besonders ungemütlich ist, und sowieso als Start oder Ende eines Ausflugtags im Nationalpark empfehle sich ein Besuch der Nationalparkzentren, um in Herrenwies zum Beispiel tiefer in die Geschichte der Menschen mit dem Wald einzutauchen oder am Ruhestein die interaktive Dauerausstellung zum wilden Wald zu erleben.
„Seit Anfang Dezember haben wir auch eine neue Wechselausstellung mit dem Titel ‚Wildes Europa‘ – junge, naturbegeisterte Filmemacher und Fotografinnen zeigen ihre schönsten Bilder“, sagt Ursula Pütz, die Leiterin der beiden Zentren.
Die Sperrungskarte ist unter www.nationalpark-schwarzwald.de/de/erleben/unterwegs-im-park/wegesperrungen zu finden.
Informationen zur Winterzeit im Nationalpark gibt es auf der Themenseite „Im Winter unterwegs“: www.nationalpark-schwarzwald.de/erleben/unterwegs-im-park/im-winter-unterwegs.