Handfeuerwaffen des US-amerikanischen Herstellers Smith & Wesson sind in Nürnberg auf der Waffenmesse IWA 2009 ausgestellt. Foto: dpa

Winnenden-Hinterbliebene für Verschärfung des Waffenrechts - Polizeigewerkschaft dagegen

Stuttgart/Lörrach - Nach dem Amoklauf von Lörrach fordern die Hinterbliebenen der Bluttat von Winnenden eine weitere Verschärfung des Waffenrechts. „Man muss die Waffen aus den Privathaushalten verbannen“, sagte Hardy Schober, Mitbegründer des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden, am Dienstag am Rande des Stuttgarter Prozesses gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden. Schober hatte damals seine Tochter verloren. „Die Amokläuferin in Lörrach war eine Sportschützin und war aus dem Schützenverein ausgetreten. Warum musste sie die Waffen nicht abgeben? Zumal sie psychisch labil war.“ Nichts spreche dagegen „Waffen zentral und gut gesichert aufzubewahren.“

 

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag erklärt, dass die Täterin in den 90er Jahren Mitglied in einem Schützenverein im nordbadischen Mosbach war. Dort sei sie aber nicht mehr Mitglied. Sie hatte zum Tatzeitpunkt Besitzkarten für vier Waffen.

Dagegen hat sich die Deutsche Polizeigewerkschaft gegen eine Verschärfung des Waffenrechts ausgesprochen. Der baden-württembergische Landesvorsitzender Joachim Lautensack sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart: „Bei aller Betroffenheit im aktuellen Fall: Nach einer Verschärfung des Waffenrechts zu schreien bringt nichts.“ Die Vorschriften seien erst vor eineinhalb Jahren nach der Bluttat von Winnenden und Wendlingen verschärft worden. „Wir haben ein restriktives Waffenrecht“, betonte Lautensack. Es gebe eher ein Kontrolldefizit, ob die Waffen auch entsprechend von den Besitzern aufbewahrt würden.