Südlich des Bürgerwindparks Südliche Ortenau planen Ringsheim und Kappel-Grafenhausen Windräder. Foto: Ettenheimer Bürgerenergie/Bold

Ringsheim treibt seine Windkraftpläne gemeinsam mit Kappel-Grafenhausen voran. Im Blick haben beide Kommunen eine an Schuttertal angrenzende Fläche.

Die Windkraftpläne der Gemeinde schreiten voran. Der Gemeinderat fasste nun einen Grundsatzbeschluss, zusammen mit Kappel-Grafenhausen die Abstimmungsgespräche und Vertragsverhandlungen zu starten. Auch wenn der genaue Standort noch nicht in trockenen Tüchern ist, deutet vieles auf das Areal Hochwald am Streitberg hin, direkt an der Gemarkungsgrenze zu Schuttertal.

 

Schon länger habe die Gemeinde Ringsheim an Windkraft im Bereich des Streitbergs gedacht, erklärte Bürgermeister Pascal Weber bei der Ratssitzung. „Eine gute Gelegenheit, erneuerbaren Strom auf unserer Gemarkung zu produzieren“, findet der Rathauschef.

Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass das Ortszentrum von Ringsheim hier einige Kilometer entfernt liegt, anders als die Gemeinde Schuttertal, dessen Gemarkung unmittelbar dahinter auf dem Bergkamm beginnt. Sowohl Ringsheim als auch Kappel-Grafenhausen besitzen hier Waldflächen. In der Ebene sei es mit der Windkraft hingegen schwierig, betonte Weber. Also der Blick „nach da oben“.

Investor steht bereit

Auch die Gemeinde Kappel-Grafenhausen hat ein Interesse an Windrädern auf dem Areal und ging auf die Ringsheimer Verwaltung zu. In beiden Gemeinden bestehen derzeit noch keine Windenergieanlagen. Im „Hohwald“ stehen derzeit nur auf Nachbargemarkungen (Ettenheim und Schuttertal) Anlagen.

Da biete es sich an, gemeinsam vorzugehen, etwa mit Blick auf eine künftige Erschließung. „Und je mehr Anlagen, desto sinnvoller ist es“, betonte Weber. Insgesamt sind vier bis sechs Windräder geplant. Ein möglicher Investor für das Projekt ist die Badenova. Das Energieunternehmen ist laut Ringsheimer Verwaltung „ein sehr erfahrender und regionaler Partner im Bereich Windkraft“ und habe klar signalisiert, die Pläne mit den Gemeinden umsetzen zu wollen.

Auf der schraffierten Fläche wollen Ringsheim und Kappel-Grafenhausen Windkraftanlagen ansiedeln. Unmittelbar dahinter, westlich, beginnt die Schuttertäler Gemarkung. Foto: Gemeinde Ringsheim

Bevor aber die Bagger rollen, stehen noch zahlreiche Schritte an. Auch die Fläche für die Anlagen ist noch nicht offiziell. Mit der Teilfortschreibung „Windenergie“ sollen Vorranggebiete für Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen festgelegt werden. Derzeit befindet sich die Fläche in der zweiten Offenlage des Regionalverbands Südlicher Oberrhein.

Der „Überlastungsschutz“ für die Gemeinde Schuttertal sei geprüft worden. „Hier herrscht keine Überlastung für Bürger“, lautete das Fazit des Verbands für die Ringsheimer und Kappel-Grafenhausener Fläche, berichtet Weber. Für die Untersuchung habe es ein einheitliches Verfahren für das gesamte Verbandsgebiet gegeben, betonte der Bürgermeister. Bekanntlich gibt es im angrenzenden Schuttertal Kritik an den Plänen (siehe Info).

Gemeinde verspricht sich zusätzliche Einnahmen

Nun gehe es mit dem Investor daran zu prüfen, wo die Windhäufigkeit am höchsten ist. Zudem stünden noch Ausschlusskriterien im Raum. Weber verwies auf ein Wildtierbereich. „Das kommt jetzt nach und nach“, so Weber. Erst später gehe es dann gegebenenfalls an ein Genehmigungsverfahren. Mit dem einstimmigen Votum für den Grundsatzbeschluss setzt sich dieser Prozess nun in Gang.

Unabhängig der Lage der potenziellen Windradflächen gibt es für die Gemeinden Ringsheim und Kappel-Grafenhausen auch einen finanziellen Vorteil, der für das Areal am Streitberg spricht. Die Waldstücke sind im Besitz der Kommunen. Grundsätzlich fallen bei Windenergieanlagen Pacht, Gewerbesteuer, und Kommunalabgabe an. „Beim Zustandekommen eines gemeinsamen Projektes „Windpark Streitberg“ geht die Verwaltung von Einnahmen pro modernem Windrad von mehreren zehntausend Euro pro Jahr aus“, heißt es in den Unterlagen aus Ringsheim.

Kritik aus dem Tal

Das Areal ist gut zehn Kilometer von Ringsheim entfernt. Vom Ort selbst wären die Windräder daher nicht zu sehen. Aus der angrenzenden Gemeinde Schuttertal gibt es jedoch teils scharfe Kritik. Hier seien die Windräder zu sehen und zu hören, erklärte etwa Gemeinderätin Julia Zehnle (CDU). Schuttertals Bürgermeister Matthias Litterst erneuerte seine Kritik beim Frühlingsempfang: „Weiter fordern wir unsere Nachbarkommunen eindringlich auf, nicht gegen unseren Willen zu planen“, so der Rathauschef.