Unsere Leserin Cordula Glatthaar aus Beffendorf vermisst bei den Informationen zum Windpark Wisoch einige aus ihrer Sicht wichtige Aussagen und übt Kritik.
Die Überschrift des Artikels ist bereits irreführend. Denn es fehlen Aussagen zur mangelhaften Windgeschwindigkeit, zum fehlenden Netz(ausbau), zu fehlenden Speicherkapazitäten, zur fehlenden Grundlastfähigkeit.
Wenn also zum Beispiel erwähnt wird, dass die Windanlagen 40 000 Haushalte versorgen können, geht das nur, weil es (noch) Backup-Systeme durch Kohle und Gas und auch aus dem Ausland eingekauften Atomstrom gibt. Denn Windenergie gibt es eben nur, wenn der Wind (ausreichend, aber auch nicht zu sehr) weht.
Ohne Aussicht auf Besserung
Die Menschen hätten Angst vor Veränderung, unterstellt der Herr der „Badenova“. Das sagt jemand, der auch dank steuerlicher Mittel ein gutes und (mittelfristig) sicheres Einkommen hat über Menschen, die in der Industrie und auch anderen Branchen gerade mittendrin sind in der Veränderung, nämlich derjenigen vom bestehenden Arbeitsplatz zum fehlenden Arbeitsplatz.
Die Unternehmen wandern reihenweise aus oder melden Insolvenz an. Als einer der Hauptgründe werden stets genannt: fehlende Energiesicherheit (unsere Gasspeicher sind praktisch leer), und mit Abstand die höchsten Strompreise – ohne Aussicht auf Besserung.
Mehr Machtdemonstration geht nicht
Dann noch das „Totschlag-Argument“: Wenn die Windanlagen nicht auf kommunalem Gebiet kommen, dann eben auf privatem Gelände. Die „Badenova“ habe sich zwischen 20 und 30 Grundstücke gesichert? Tatsächlich? Wie viele Grundstücke sollen es denn konkret sein? 20, 25 oder 28? Und was heißt gesichert?
Die Kernaussage ist: Wenn ihr es nicht macht, dann machen es andere. Also, egal, was ihr macht, es kommt sowieso. Mehr Machtdemonstration geht nicht. Und dann wundert man sich ernsthaft noch, dass die Bürger das Gefühl haben, die Windanlagen seien Ausdruck einer „manifestierten staatlichen Obrigkeit“?
Cordula Glatthaar, BeffendorfSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.