Die „Alterric Deutschland GmbH“ legte im Rahmen einer Informationsveranstaltung ihre Projektpräsentation zum geplanten Windpark (WP) Waldachtal vor.
Neben den Einwohnern aus Waldachtal verschlug es auch vereinzelt interessierte Bürger aus den Horber Teilorten sowie Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann in den Tumlinger Gemeindesaal.
Die derzeitige Planung sieht die Nutzung einer verfügbaren Fläche von rund 117 Hektar (ha) vor. Geplant sind derzeit zwischen vier und sechs Anlagenstandorte. Die mittlere Windgeschwindigkeit (WGS) auf einer Höhe von 180 Metern wird mit 5,7 Meter pro Sekunde bis 6,0 Meter pro Sekunde als sehr günstig eingeschätzt. Die Projektplaner gehen anhand dieser Daten von einem Energieertrag zwischen 60 000 bis 80 000 Megawattstunden pro Jahr aus. Dies entspreche dem Energiebedarf von 15 000 bis 20 000 Vier-Personen-Haushalten. Auch würden sich dadurch jährlich zwischen 21 000 bis 28 000 Tonnen an CO² einsparen lassen.
Ökologische und ökonomische Vorteile des Projekts
Neben den ökologischen Aspekten ging Lukas Schmid (Alteric) auch auf die ökonomischen Vorteile des Projekts ein. Diese würden unter anderem den Standortkommunen direkte Vorteile bringen. „Strom für die Industrie vor Ort“ für etwaige Großabnehmer, wie beispielsweise das Fischer-Werk, könnte direkt mit lokal erzeugtem Grünstrom versorgt werden.
Ebenso könnte die Kommunalabgabe nach Paragraf 6 des Erneuerbare-Energie-Gesetzes zusätzliche Einnahmequellen verschaffen, die nicht nur den Standortgemeinden, sondern der gesamten Kommune zugutekommen sollen. Des Weiteren sollen 99 Prozent der Gewerbesteuereinahnen aus dem Betrieb des Windparks vor Ort verbleiben und so die lokale Wirtschaft stärken. Letztlich könnte die Gemeinde außerdem durch Pachteinnahmen regelmäßige und langfristige Einnahmequellen für die Kommune erwirtschaften. Auch gibt es mittlerweile Beteiligungsoptionen für die Bürger.
Um die Akzeptanz zu fördern und die Einwohner aktiv in die regionale Energiewende einzubinden, sind verschiedene Beteiligungsmodelle denkbar. Darunter eine direkte Beteiligung in Form von Schwarmfinanzierung (Crowdfunding) oder der sogenannte „Windsparbrief“. Darunter versteht man die Subventionierung eines Sparprodukts durch eine lokale Bank. Ebenso könnte durch einen „Strombonus“ ein Anteil der jährlichen Stromkosten erlassen, beziehungsweise vom Betreiber übernommen werden. Auch sei es denkbar, dass durch den Verkauf einer Anlage an die Bürger eine „BEG“ (Bürger-Energie-Genossenschaft) gegründet oder ein lokales Stadtwerk entstehen kann, wodurch die Bürger eine direkte Eigentümerrolle einnehmen könnten.
Die Planung basiert auf den Vorgaben des Teilregionalplans Windenergie (Vorranggebiet WF9) des Regionalverbands Nordschwarzwald. Dabei werden bestimmte Immissionsschutzabstände eingehalten, um die Anwohner zu schützen. Die Abstände wurden mit 500 Meter zu Gewerbegebieten, 800 Meter zum Außenbereich und 1000 Meter zu Wohngebieten aufgeführt.
Ein Grundstückseigentümer hat bereits unterschrieben
Bis das erste Windrad steht könnten noch mindestens vier Jahre vergehen. Erst im vierten Quartal 2030 könnte nach Einschätzung der Alteric GmbH der Windpark in Betrieb genommen werden. Wie Schmid den Anwesenden verriet, habe bereits ein Grundstückseigentümer einen Vertrag mit der Alteric GmbH unterzeichnet. Im Rahmen der persönlichen Gespräche im Anschluss der Präsentation stellte sich außerdem heraus, dass weitere Grundstückseigentümer ihr Interesse an vertraglichen Abschlüssen bekundeten.
Der Zeitplan für den Windpark Waldachtal
Aktuell befinde sich das Projekt
in der Flächenakquise. Parallel dazu sollen bis zum Ende diesen Jahres die ersten Gutachten in Auftrag gegeben werden. Bis ins zweite Quartal 2027 sollen Windmessung, naturschutzfachliche Untersuchungen und Genehmigungsplanung erfolgen.
Das Genehmigungsverfahren
und die Konkretisierung der Beteiligungsformen soll zwischen Juni 2027 und dem dritten Quartal 2028 stattfinden.
Der Startschuss der Bauphase
könnte im Oktober 2028 fallen. Diese beginnt mit den Rodungsarbeiten, gefolgt vom Bau der elektrischen und verkehrlichen Infrastruktur und der letztendlichen Errichtung der Windenergieanlagen.