Kommen die Windräder im Staatswald auf Sulzer Gemarkung? (Symbolbild) Foto: mimi - stock.adobe.com

Der Projektierer Sowitec hat nach Meinung unseres Lesers Marc Bettinger und der Bürgerinitiative NaturAktiv Sigmarswangen eine schwache Vorstellung zum geplanten Windpark gegeben.

Die Informationsveranstaltung der Firma Sowitec am 12. März im Backsteinbau begann bereits mit Stirnrunzeln. In der Einladung waren Zutrittskontrollen für Bürger außerhalb von Sulz angekündigt – obwohl auch Nachbargemeinden von den fünf Windindustrieanlagen mit 267 Metern Höhe betroffen wären. Am Ende wurde nicht kontrolliert – vermutlich auch, weil es rechtlich kaum haltbar gewesen wäre.

 

Während der Veranstaltung entstand zudem der Eindruck, dass viele Bürger besser vorbereitet waren als die Projektverantwortlichen selbst. Von der finanziellen Schieflage des Unternehmens hatte der Projektleiter von Sowitec noch gar nichts gehört, die verpasste Anleiherückzahlung im November habe angeblich „strategische Gründe“ gehabt.

Noch erstaunlicher waren die Wissenslücken bei zentralen Fragen vor Ort: Werden Mindestabstände und Schallschutz zum Hofgut Geroldseck eingehalten? Der Projektleiter wusste jedoch nicht einmal, wo sich das Geroldseck oder die Schillerhöhe überhaupt befinden. Auf die Frage, wer die Gutachten zu Lärm und Schattenwurf erstellt, kam die Antwort: Diese würden „selbstverständlich neutral“ von einer Tochterfirma von Sowitec erstellt.

Offen bleibt auch: Wer bezahlt die Schäden an Straßen, wenn Hunderte Schwertransporte durch Sigmarswangen rollen? Hierbei zog sich Sowitec aus jeder finanziellen Verantwortung.

Die entscheidende Frage lautet: Wann stellt sich die Stadt endlich auf die Seite ihrer Bürger und hilft, diesen Wahnsinn im Wald zu verhindern? Schon ein Rückgang der Immobilienpreise in Sulz und seinen Teilorten von nur fünf Prozent würde einen Schaden verursachen, der um ein Vielfaches höher wäre als die überschaubaren jährlichen Einnahmen. Die Bürger erwarten von ihrer Stadt nicht Schweigen – sondern Einsatz für ihre Heimat.

Marc Bettinger, Bürgerinitiative NaturAktiv Sigmarswangen

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