Die Zuhörer, darunter Hauptamtsleiter Hartmut Walter und Bürgermeister Jens Keucher (vorne von links), verfolgen aufmerksam den Vortrag zum Windpark Sulz. Foto: Steinmetz

Fünf Windräder im Staatswald bei Sulz stoßen auf Widerstand. Anwohner sorgen sich um Verkehr durch den Ort Lärm und Folgen für Natur und Wald.

Die Firma Sowitec plant in Sulz einen Windpark mit fünf Anlagen. Die Standorte der Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 267 Metern liegen alle im Staatswald.

 

Steffen Mauser und Marise Hummel stellten am Donnerstag das Projekt in der Sulzer Stadthalle vor. Die Firma Sowitec muss den Wortbeiträgen zufolge mit erheblichem Widerstand rechnen, wenn sie ihr Vorhaben realisieren will.

Die Präsentation war jedoch auch nicht ganz optimal. Das betraf besonders die Visualisierung der Windräder. Die geplanten Anlagen weit im Hintergrund der Ortschaft waren kaum zu sehen, so dass ihre optische Wirkung nicht einzuschätzen war. So mancher im Publikum sprach verärgert von „gefakten“ Aufnahmen. Mauser versicherte allerdings, dass die Bilder ehrlich und professionell gemacht wurden.

Hinterfragt wurden neben der Optik vor allem auch die Zuwegung, die Eignung der Standorte im Wald mit Blick auf den Natur- und Artenschutz sowie die Lärmbelastung und eine mögliche Insolvenz des Investors, die zu Industrieruinen führen könnte.

Finanzielle Mittel

Gleich der erste Fragesteller bezweifelte, ob Sowitec die Mittel hat, um ein solches Projekt wie in Sulz auf die Beine zu stellen. Er legte einige Zahlen vor, auf die Mauser jedoch nicht einging. „Da kennen Sie sich besser aus als ich, aber ich bin auch nicht der Geschäftsführer, so viel ich weiß, geht es uns ganz gut, und wir können das Projekt umsetzen“, meinte er zur finanziellen Situation des Unternehmens. Mauser erklärte auch, dass Rückbaubürgschaften hinterlegt werden müssten. Diese würden von den Behörden vorgegeben. Selbst bei einem Bankrott würde das Geld für den Rückbau vorhanden sein.

Horst Niehues kritisierte den Regionalplan. Die Entfernung eines der Windräder zu den nächsten Häusern liege in Sigmarswangen bei 900 Metern. Niehues: „Wir werden uns bis zur letzten Patrone wehren, um den Windpark zu verhindern. Wir müssen sterben, aber nicht mit Windkraft leben.“ Ein weiterer Sigmarswanger glaubt, dass der Widerstand der Bewohner mit, wie er hinzufügte, „legalen Mitteln“, den Windpark um Monate zurückwerfen könnte. Warum sollte dann in ein solches Projekt investiert werden?

Belastung für die Ortsdurchfahrt

Vor allem die Zuwegung wurde in Frage gestellt. Diese würde zu einer erheblichen Belastung der ohnehin schon maroden Ortsdurchfahrt in Sigmarswangen führen. Weiter ginge es dann in den Stumpenwald zwischen zwei Eichen hindurch und auf drei Meter breiten Waldwegen. Wie soll der Transport hier ablaufen? Genaueres konnte Mauser dazu nicht sagen, da die Zuwegung noch in Planung sei. Er gab zu, dass der Transport der tonnenschweren Anlagenteile eine Herausforderung ist und entlang der auszubauenden Wege auch Bäume fallen müssten. „Das ist leider so“, fügte er hinzu.

Bernd Nickel äußerte erhebliche Zweifel, ob die Standorte im Wald hinsichtlich Geologie und Naturschutz geeignet sind. „Diese Flächen sind keine schwachen Bestände, sondern sind stabiler Mischwald mit hohem ökologischen Wert“, meinte er. Außerdem sei der „Stumpen“ durchklüftet und habe unterirdische Wasserführungen. Mache es Sinn, da einen Windpark zu projektieren?

Fragen zum Rückbau der Anlage

Sowitec will für den Windpark Sulz die Betriebsführung übernehmen und Ansprechpartner sein. Das hatte Mauser zu Beginn gesagt. Was aber ist, wenn die Anlagen verkauft werden? „Garantieren Sie, dass Sie bis zum Rückbau Ansprechpartner sind, oder ist er dann in China?“, war eine weitere Frage. Mauser räumte ein, dass Sowitec auch Windparks verkaufe, etwa an Stadtwerke. Eine Rückbaubürgschaft werde dabei aber hinterlegt.

David Kerner hatte Fragen zum Schall- und zu weiteren Gutachten. Besonders liegt ihm daran, dass die Visualisierung der geplanten Windräder nochmals von anderen Blickpunkten aus dargelegt wird. Er dachte dabei besonders an das Hofgut Geroldseck.

Der letzte Fragesteller kurz nach 20 Uhr interessierte sich dafür, welche der an diesem Abend angesprochenen Fragen die Projektleiter mitnehmen und bearbeiten wollten. Mauser: Vieles werde noch von den Behörden geprüft, so Fragen zum Naturschutz. Bei anderen Themen wie der Zuwegung werde genauer hingeschaut, „wo wir entlang fahren“. Die geforderte Visualisierung werde nachgeliefert.