Der Transport eines Rotorblattes für eine Windkraftanlage vom Parkplatz am Freibad in Neuenbürg zum Standort im Wald von Waldrennach erfordert Teamarbeit und Präzision.
Gerade bei den engen Kurven auf der Kreisstraße Richtung Waldrennach ist beim Transport eines Rotorblattes für eine Windkraftanlage Geschicklichkeit gefordert.
Herausforderung Zum ersten Mal besonders eng wurde es beim Transport des Rotorblattes, als der Selbstfahrer von der Bundesstraße 294 in die Kreisstraße Richtung Waldrennach abbog. Die Straße hat danach noch einige enge Kurven. Hier ist Teamarbeit und blindes Verständnis aller Beteiligten gefragt. Schließlich müssen alle Verantwortlichen darauf achten, dass das 72,4 Meter lange und 21,5 Tonnen schwere Rotorblatt an den Baumwipfeln vorbeikommt.
Das Rotorblatt kann bis zu 60 Grad hochgestellt werden. Das bedeutet eine Höhe von 62 Metern.
Besonders knifflig wird es, als es auf der Kreisstraße um enge Kurven geht. Schließlich ist das Rotorblatt so lang wie vier Gelenkbusse. Der Turm der Calwer Stadtkirche ist 64 Meter, der Aussichtsturm Himmelsglück in Schömberg etwa 50 Meter hoch. Langsam fährt der Transporter zum Ziel. Eine besondere Herausforderung ist auf der Kreisstraße auch noch eine niedrige Stromleitung.
Hier muss das Rotorblatt auf dem Selbstfahrer abgesenkt werden, damit das Fahrzeug unter die Leitung hindurchfahren kann. „Der Transport ist im Süden eine besondere Herausforderung“, sagte Markus Lurz, beim Bauherrn BayWa r.e. Wind GmbH Regionalleiter für die Projektentwicklung in den beiden Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern.
Windverhältnisse Beim Transport eines solchen Giganten sind besondere Wetterverhältnisse notwendig. So darf es kaum Wind geben. Die Grenze liegt bei etwa 18 Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit. Deshalb ist es schon vorgekommen, dass Fahrten kurzfristig abgesagt wurden, macht Tanja Schneider-Diehl deutlich. Sie ist bei der BayWa r.e. zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.
Anzahl und Abmessungen Insgesamt werden in Waldrennach und Langenbrand vier Windkraftanlagen errichtet, drei auf der Gemarkung von Waldrennach und eine auf der Gemarkung von Langenbrand. Das am Donnerstag transportierte Rotorblatt wird für eine Windkraftanlage auf der Gemarkung von Waldrennach verbaut. Eine solche Anlage hat eine Nabenhöhe von rund 164 Meter. Die Gesamthöhe einer Anlage liegt bei fast 240 Metern.
Leistung und Produktion Die vier Anlagen haben eine Nennleistung von 18 000 Kilowatt. Die jährliche Stromproduktion liegt bei 46 500 000 Kilowattstunden. Das ist nach Angaben der BayWa r.e. der jährliche Bedarf von 14 300 Zwei-Personenhaushalten. Der Windpark wird an das Umspannwerk in Calmbach angebunden.
Aufbau Eine Windkraftanlage besteht aus drei Turmteilen, der Gondel mit dem Maschinenhaus, der Nabe und drei Rotorblättern. Letztere sind an der Nabe befestigt, erläutert Schneider-Diehl.
Im Dezember soll alles fertig sein
Zeitplan Ende November oder Anfang Dezember wird der Kran zum Bau der Windkraftanlagen herangeschafft, sagt Schneider-Diehl zum Zeitplan. Koordinator für den Transport und den Kran ist Michael Barkowski.
Die Rotorblätter werden mit dem Schiff in Cuxhafen angeliefert. Der erste Konvoi mit drei Rotorblättern startete am 16. Oktober in Cuxhaven. Er erreichte in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober den Parkplatz beim Freibad in Neuenbürg. Der zweite Transport traf am 30. Oktober ein, der letzte wird für den 23. November erwartet.
Die Selbstfahrer sind seit Ende Oktober im Einsatz, um die Rotorblätter und die weiteren Großkomponenten an die Standorte der jeweiligen Windkraftanlagen zu bringen. Inzwischen sind vier Rotorblätter im Windpark angekommen. Für die vier Anlagen werden zwölf benötigt.
Die vier Anlagen sollen im Dezember fertig sein. Vor einem Jahr begannen die Bauarbeiten, nachdem zuvor die entsprechenden Flächen gerodet worden waren.