Der Windpark in Burladingen sorgt für Redebedarf. Leser Marion Faigle aus Burladingen fordert das Thema kritisch zu hinterfragen.
Kritisch überprüfen!
Die Planungen für den neuen Windpark in Burladingen werfen aus meiner Sicht ernsthafte Fragen auf. Auch wenn erneuerbare Energien notwendig sind, sollten die ökologischen und sozialen Kosten nicht unterschätzt werden.
Die geplanten zehn Windkraftanlagen haben jeweils eine Höhe von bis zu 247 Metern und einen Rotordurchmesser von 162 Metern. Für die Errichtung jeder Anlage müssen temporär zirka 0,8 bis 1 Hektar Waldfläche gerodet werden, dauerhaft bleibt etwa 0,4 bis 0,5 Hektar pro Anlage frei, also insgesamt mehrere Hektar dauerhaft veränderte Landschaft.
Region ist ökologisch sensibel
Dazu kommen Zufahrtswege, Kranstellflächen und Baustelleneinrichtungen. Die Region ist ökologisch sensibel: Greifvögel wie der Rotmilan und Fledermäuse sind in der Schwäbischen Alb heimisch. Rotorblätter stellen ein messbares Risiko für Kollisionen dar, insbesondere entlang von Jagd- und Zugrouten. Studien belegen, dass selbst moderne Anlagen lokale Populationen beeinträchtigen können.
Das Landschaftsbild wird stark verändert. Sichtbar über viele Kilometer, prägen die Anlagen das Erscheinungsbild einer Region, die landschaftlich besonders wertvoll und touristisch bedeutend ist. Auch Anwohner sind betroffen: Lärm, Schattenwurf und die nächtliche Beleuchtung wirken sich nachweislich auf Lebensqualität und Erholungswert aus.
Umweltbelastungen entstehen zudem durch Herstellung und Betrieb: Stahl- und Betonteile erfordern energieintensive Produktion, Rotorblätter aus Verbundstoffen erzeugen Abrieb, der Mikroplastik freisetzt. Auch die Entsorgung der Rotorblätter am Ende der Lebensdauer ist problematisch. Die geplante Gesamtleistung des Parks beträgt zirka 56 MW, genug für etwa 35 000 Haushalte. Doch der Standort ist windabhängig, sodass die Anlagen nicht kontinuierlich Strom liefern.
Es bleibt die Frage, ob die ökologischen und sozialen Kosten in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehen. Ich plädiere dafür, solche Projekte nochmals kritisch zu prüfen – unter Berücksichtigung von Natur- und Landschaftsschutz, Anwohnerinteressen sowie der tatsächlichen Effizienz der Anlagen. Wenn man bedenkt, dass wir über Ostern rund 250 Millionen Euro dafür bezahlt haben, überschüssigen Strom an unsere Nachbarländer abzugeben und ihn später wieder teuer einkaufen müssen, wird deutlich: Sonne und Wind haben ihren Preis – und keinen geringen.
Marion Faigle, BurladingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.