Ein Schwertransport von Windkraftkomponenten wie auf dem Symbolbild ist eine logistische Herausforderung. Foto: © Andreas Gruhl - stock.adobe.com

Die Anlieferung der Komponenten für die Windräder in Grömbach sollen in der kommenden Woche starten. Doch die ersten Transporte verschieben sich.

Zwölf Schwertransporte sind laut Fahrplan der EnBW geplant, um die Großkomponenten – seien es Rotorblätter, Turmteile, das Maschinenhaus, Nabe oder Triebstrang – für die Windkraftanlage durch das Enztal und den halben Kreis Freudenstadt nach Grömbach zu transportieren.

 

Eigentlich war die erste Fahrt für Montag, 16. Dezember, geplant. Doch daraus wird wohl nichts, wie EnBW-Pressesprecherin Stefanie Klumpp auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt: „Nach aktuellem Stand verzögert sich der Transport.“ Einen Tag später besteht dann Gewissheit. Die aktuelle Planung ist, dass in der Nacht auf den 18. September erste Turmteile, 19. September die Rotorblätter, 20. und 21. September weitere Turmteile transportiert werden, so Klumpp, die weiter mitteilt: „Die Teile werden vermutlich ab 22 Uhr auf einem nahe gelegenen Rastplatz vor der Autobahnabfahrt Pforzheim starten, so dass sie bis 24 Uhr am Ziel sein könnten. Das ist leider nicht exakt vorherzusehen, da die Zeiten auch von der Kapazität der Polizei abhängen.“

Weiter Weg

Bis die Teile an ihrem künftigen Standort im Gerechtigkeitswald auf Grömbacher Gemarkung ankommen, legen sie einen weiten Weg durch den Schwarzwald zurück. Zudem sind viele vorbereitende Maßnahmen nötig, der halbseitige Rückbau der beiden Kreisverkehre in Calmbach und Höfen ist da nur ein kleiner Teil.

Die Transporte kommen von Norden über Pforzheim und Bad Wildbad über die Bundesstraße 294, jeweils nachts zwischen 22 und 6 Uhr.

Viele Hindernisse

Da für einen Schwertransporter auf dem Weg von Bad Wildbad auf Höhe Seewald die kurze Route hinab zur Nagoldtalsperre und auf der anderen Seite wieder hinauf nach Grömbach allenfalls denkbar wäre, wenn er selbst Rotorblätter hätte und abheben könnte, reizt die EnBW für ihre Fracht die B 294 vollends aus – über Seewald bis nach Freudenstadt also. Wo es freilich neue Hindernisse gibt.

In Besenfeld sind diese noch vergleichsweise überschaubar. Straßenlaternen und Verkehrspfosten mussten in der Ortsdurchfahrt entfernt werden. In Freudenstadt, beim Wechsel von der B 294 auf die B 28 Richtung Dornstetten müssen Beton-Leitplanken entfernt werden.

Am Durrweiler Kreuz (bei Pfalzgrafenweiler) angekommen müssen nicht nur Schilder und eine Mittelinsel entfernt, sondern auch der Kurvenradius erweitert und dort, wie zuvor schon in Freudenstadt, zur Stabilisierung des Untergrunds Fahrbahnplatten ausgelegt werden.

An der derzeit eigentlich gesperrten Kreisstraße 4729 nach Kälberbronn wurde schon vor Längerem Richtung Hotel Waldsägmühle ein Stück Wald beseitigt. Das Hotel selbst wiederum liegt an einer Kurve, und für die Schwertransporte bedarf es deshalb eines kleinen Schwenks über den Parkplatz. Im Dorf selbst mussten Straßenlampen, Treppengeländer und Bäume weichen, ebenso der Kälberbrunnen.

Hat der Fahrer es aber in den frühen Morgenstunden geschafft, auch Kälberbronn ohne Schäden an Ladung oder Umgebung hinter sich zu lassen, ist es nicht mehr weit bis zu den beiden Plätzen im Gerechtigkeitswald, wo die Fundamente für die Riesen bereits im Frühjahr gegossen wurden.

Wiederaufbau zugesichert

Übrigens: Den betroffenen Gemeinden und Anliegern wurde vertraglich zugesichert, dass die baulichen Veränderungen hinterher zurückgenommen werden. Im Spätherbst gibt es also wieder Bautätigkeit entlang der Strecke – für den Wiederaufbau nach dem Rückbau.