Die EnBW gibt sich zuversichtlich, nun alle Anforderungen der Genehmigungsbehörde für zehn Windräder auf drei Standorten in Burladingen erfüllt zu haben.
Fabian Maisch, Projektleiter der EnBW, berichtete in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates über den Verlauf des Bürgerinformationsabends vom 27. November vergangenen Jahres. Bei dem Treffen ging es um technische Fragen der drei geplanten Windkraft-Standorte in Ringingen/Ringelstein, Stetten/Telle und Hermannsdorf/Küche.
Zur Sprache kamen die Breite der Zufahrtswege, der Flächenverbrauch, die Energieausbeute, der Schattenwurf der Rotoren oder der Rückbau der Anlagen, wenn sie einmal ausgedient haben. Die Diskussionen und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern seien positiv verlaufen, man habe Irrtümer ausräumen können, habe aber auch Kritik erhalten, räumte Maisch ein.
Die technischen Fakten und Daten sind hinlänglich bekannt, sie wurden dem Gemeinderat in vergangenen Jahren in mehreren Sitzungen vorgestellt. Man kann sie weiterhin zusammen mit den zentralen Punkten der Informationsveranstaltung auf der Homepage des Energieunternehmens www.enbw.com einsehen.
Stärker interessierte das Gremium der aktuelle Planungsstand. Wie Maisch dazu sagte, sei sein Unternehmen soeben dabei, die letzten, für die Genehmigung noch benötigten Auskünfte an das Landratsamt weiterzuleiten. Nicht, weil man diese Unterlagen vergessen habe oder weil nachlässig gearbeitet wurde. Es seien umgekehrt in vergangenen drei Jahren immer wieder Nachfragen der Fachbehörden eingegangen. Das habe den Verlauf erheblich verzögert.
Alle Belange und Bedenken geprüft
Es zeige aber zugleich, dass alle Belange und Bedenken beispielsweise zum Artenschutz oder aktuell zum Wasserschutz bis ins Detail geprüft wurden. „Damit wären aber jetzt aus unserer Sicht alle Fragen beantwortet“, so Maisch. Ähnlich zuversichtlich hatte er sich jedoch schon früher geäußert.
Wenn nicht weitere Hürden dazwischenkommen, könnte das Genehmigungsverfahren in diesem Sommer – drei Jahre nach dem ersten Anlauf – abgeschlossen sein. Diesem Zeitplan nach würden die Bagger für die Tief- und Wegebauarbeiten im Frühjahr 2027 anrollen. Die insgesamt zehn Windräder könnte man am Jahresbeginn 2028 errichten und in Betrieb gehen. „Das Verfahren hat sehr lange gedauert“, bedauerte Maisch, „aber wir haben sehr viele Projekte zu bearbeiten und die Anforderungen der Fachbehörden sind gestiegen.“
Es war in der zurückliegenden Gemeinderatssitzung zunächst CDU-Fraktionssprecher Michael Eisele, der den EnBW-Mann darauf hinwies, die Stadt habe wegen der Pachteinnahmen ein immenses Interesse am nun hoffentlich baldigen Abschluss des Projektes.
Begehrte Pachteinnahmen
Das bekräftigte Bürgermeister Davide Licht mit Verweis auf die enger werdende Finanzlage der Kommune. Die nachfolgend aufgeworfene Überlegung, ob die Stadt von der EnBW Regress für entgangene Einkünfte fordern könne, war wohl eher scherzhaft gemeint.
Demgegenüber immer wieder ganz ernsthaft betont wurde jedoch in Vergangenheit, dass die Einnahmen die Kommune angesichts ihrer zahlreichen Pflichtaufgaben wohltuend entlasten würden.