Der relative Eigenverbrauch einer Windenergieanlage liegt deutlich unter dem eines Gas- oder Kohlekraftwerks, stellt unser Leser fest. (Symbolbild) Foto: Pixabay

Zum Thema Selbstverbrauch von Windenergieanlagen und dem geplanten Windpark im „Wisoch“-Wald zwischen Beffendorf und Fluorn-Winzeln bezieht unser Leser Guido Laggai aus Oberndorf Stellung.

Lieber Herr Schneider, Ihre Aussage, dass Windräder im Leerlauf 20 bis 40 Kilowattstunden verbrauchen, muss relativiert werden.

 

Der Windpark Emsdetten mit acht modernen Anlagen verbrauchte 2025 zusammen 133 000 Kilowattstunden Strom, erzeugte jedoch 49 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom. Das entspricht 0,27 Prozent Eigenverbrauch. Zum Vergleich braucht ein modernes Kohlekraftwerk im Schnitt zehn Prozent seines eigenen Stroms. Die Kernkraftwerke in Frankreich haben zum Beispiel eine Betriebsrate von 60 bis 75 Prozent. Das zeigt, wie effektiv moderne Windkraft ist.

Auch andere Kommunen sind betroffen

Zu der Umzingelung von Beffendorf mit Windkraft-Anlagen ist folgendes zu sagen: Auch andere Gemeinden und Städte auf der Höhe haben das Problem, dass in Sichtweite viele Windkraft-Anlagen zu sehen sind. Das liegt halt daran, dass in Tälern keine Anlagen gebaut werden können.

Zu dem so tollen Wald im Wisoch ist zu sagen, dass es Ansichtssache ist, was einen „tollen Wald“ ausmacht. Wir haben jedoch auch noch andere Waldflächen zum Wandern und Spazierengehen. Außerdem wird der Wald ja nicht gesperrt, wenn dort Windräder stehen.

Mir selbst gefallen die Windräder auch nicht, aber ein AKW oder Gas- beziehungsweise Kohlekraftwerk gefallen mir noch weniger.

Ein Großspeicher für Strom verursacht nach Fertigstellung keinen Lärm und keine Emissionen. Google baut in Minnesota den weltgrößten Speicher mit 30 Gigawatt Leistung und Batterien der neuesten Generation: Eisen-Luft Technologie. Diese sind nicht brennbar, brauchen keine seltenen Erden und kosten einen Bruchteil einer Lithium-Batterie.

Wenn wir immer mehr Elektroautos fahren sollen und auch sonst immer mehr Strom benötigen, woher soll dieser denn kommen ?

Guido Laggai, Oberndorf

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