Am 8. März entscheiden die Bürger aus Oberndorf und Fluorn-Winzeln über die Vermarktung kommunaler Flächen im „Wisoch“ für Windenergieanlagen. (Symbolfoto) Foto: Pixabay

Es gebe in der Gegend westlich Oberndorf schon genügend Windenergieanlagen, findet unser Leser Thomas Jochem aus Beffendorf und stellt auch die Frage nach Speicherkapazitäten.

Derzeit gibt es im westlichen Grenzgebiet der Stadt Oberndorf bereits sechs Windenergieanlagen. Mit dem geplanten Repowering kommen diese auf eine Gesamtleistung von 32 MW und können circa 51 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Ausreichend für circa 12 800 Haushalte.

 

In dieser westlichen Region von Oberndorf mit Lindenhof, Beffendorf, Hochmössingen sowie Fluorn, Winzeln und Waldmössingen gibt es rund 5000 Haushalte. Daraus ergibt sich formal eine ausreichende Abdeckung, die zusätzlich auch den Strombedarf der Industrie sowie auch die Gesamtstadt Oberndorf und weitere Gebiete abdecken kann; Photovoltaik ist noch nicht eingerechnet.

Mangel oder Überschuss

Dies sind aber nur theoretische Zahlen. In unserer windarmen Region laufen die Anlagen nur etwa zur Hälfte und die Erzeugung schwankt praktisch stark. Entweder fehlt Strom, oder es entsteht Überschuss.

National zeigen sich ähnliche Muster: Deutschland hat 79 Gigawatt Windenergie und 108 Gigawatt Photovoltaik installiert; genutzt werden können je nach Bedarf lediglich circa 25 bis 55 Gigawatt.

Damit die Energiewende funktioniert, benötigen wir große Speicherkapazitäten. Der parallele Aufbau mit den EEG-Anlagen wurde leider verschlafen. Reell betrachtet werden wir für die Entwicklung und den entsprechenden Aufbau noch Jahrzehnte benötigen.

Speicheraufbau vor neuen Anlagen

Deshalb macht aktuell ein weiterer Zubau von Windenergieablagen keinen Sinn, da die zusätzliche Energie größtenteils nicht genutzt werden kann und somit auch nicht die gewünschte CO2-Einsparung erzielt wird. In wind- und sonnenarmen Stunden sind weiterhin die konventionellen Kraftwerke notwendig.

Aufgrund dieser Fakten sowie aus volkswirtschaftlicher Sicht sollten wir uns dafür einsetzen, dass keine weiteren Flächen mit Großanlagen bebaut werden, bevor der erforderliche Speicheraufbau sowie auch ein realistischer Netzausbau vorliegt.

Die Politik sollte dies vernünftig und marktwirtschaftlich regeln. Diesbezüglich hinkt sie aber viele Jahre hinterher, oder haben Lobbyisten zu viel Einfluss? Können wir es uns wirklich noch leisten Subventionen im Milliardenbereich für Strom zu bezahlen, der nicht erzeugt beziehungsweise genutzt wird?

Profitieren werden beim Bau von Windenergieanlagen lediglich die Hersteller (überwiegend aus China), Betreiber und Eigentümer, finanziert von uns Bürgern über Strompreise, Steuern und Subventionen.

Alle Wahlberechtigten haben im März die Möglichkeit, ihre Stimme für den Erhalt des Wisochs, den Schutz der Tiere und die Vermeidung einer weiteren „Verspargelung“ der Landschaft mit 270 Meter hohen Anlagen abzugeben, mit dem zusätzlichen Gewinn Strompreiserhöhungen und die Ausgabe von Steuergeldern ohne Wertschöpfung zu reduzieren.

Thomas Jochem, Oberndorf-Beffendorf

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