Zwischen Beffendorf und Fluorn-Winzeln soll ein Windpark mit fünf Anlagen entstehen. Dagegen regt sich Widerstand. (Symbolfoto) Foto: engel.ac - stock.adobe.com

Grüne Energie braucht ein Back-up-System mit Kohle und Gas, erklärt unsere Leserin Cordula Glatthaar aus Beffendorf.

Die Industrie will grünen Strom haben. Das verwundert. Während der Vorstandsvorsitzende von E.ON äußert: „Wir bauen Erneuerbare, die wir nicht brauchen, in ein Netz, das es nicht verträgt“, setzt ein produzierendes, und damit energieintensives Unternehmen wie Heckler & Koch ganz auf Sonne und Wind. Offenbar weiß man in diesem Betrieb nicht, dass diese Energie nicht grundlastfähig ist, dass Deutschland seine Energie in Zeiten ohne oder mit zu wenig Wind und Sonne aus seinem Backup-System Kohle und Gas beziehen muss. Oder eben auch aus dem Ausland einkaufen muss.

 

Heckler & Koch steht folgerichtig nicht für „die Industrie“. Es wurde leider nur kein Unternehmer eingeladen, der gerade nicht auf grüne Energie setzt, sondern auf Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise.

Zwei Anlagen allein nicht wettbewerbsfähig

Auch die zweite Überschrift des Artikels verwundert, wonach die Zustimmung zum geplanten Windpark im Wisoch überwiege. Das dürfte erst das Ergebnis des Bürgerentscheides am kommenden Sonntag zeigen.

Die gebetsmühlenartige Wiederholung, dass die Anlagen, so sie denn nicht auf kommunaler Fläche kommen sollten, auf privatem Grund entstehen würden, dafür dann mit weniger Abstand zur Wohnbebauung hat schon fast ein bisschen Erpressungscharakter. Dabei wird die extrem kleinteilige Parzellenaufteilung rund um das Wisoch verschwiegen – es sind 350 bis 400 Stück. Es wird auch verschwiegen, dass bei der Absage der Bürger an drei Anlagen die verbliebenen zwei Anlagen nicht mehr wettbewerbsfähig betrieben werden können.

Mit den erwarteten Pachteinnahmen über die gesamte Laufzeit der Anlagen kann die Stadt Oberndorf nicht einmal die Hälfte ihrer Personalkosten für ein einziges Jahr bezahlen.

Und dafür soll klimaschützender, CO2-absorbierender Wald geopfert werden. Bitte nicht.

Cordula Glatthaar, Oberndorf-Beffendorf

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