Mit Blick auf die Diskussion zum „Wisoch“-Windpark überwiegen für unseren Leser Guido Laggai aus Oberndorf die Vorteile der Windkraft auch wirtschaftlich klar.
Der Herr Feger ist ja durch seine frühere Tätigkeit als Mitarbeiter der Firma Siemens in leitender Funktion lange Jahre im Bereich thermische Kraftwerke nicht gerade als neutraler Experte anzusehen. Woher alle seine Argumente gegen Windkraft sind, weiß ich nicht, genau so wenig, wie belastbar seine Zahlen bezüglich Laufzeiten der Windräder und Effektivität der Anlagen sind.
Tatsache ist jedoch, dass sich die Erbauer und Betreiber der Windräder sicherlich sehr wohl überlegen, wo sie Anlagen bauen wollen, schließlich wollen sie Geld verdienen.
Sicherheit zählt
Klar ist auch, dass Windräder hier im Süden nicht die selbe Auslastung haben können wie im flachen Norddeutschland oder gar auf dem Meer.
Aber man muss auch mal überlegen, was der Transport des Stroms von Norddeutschland bis zu uns kostet – alleine der gigantische Verbrauch an Metall für die Stromleitung, und dann kommen noch gewaltige Erdarbeiten hinzu.
Dazu kommt, dass diese Infrastruktur so gut wie ungeschützt ist, und man hat in Berlin gesehen, wie mit kleinem Aufwand gewaltige Schäden erzeugt werden können.
Auch konventionelle Kraftwerke haben Naturverbrauch
Was den Eingriff in die Natur angeht, wird für ein herkömmliches Kraftwerk noch viel mehr an Fläche zerstört – und wer möchte ein herkömmliches Kraftwerk vor der Haustüre haben?
Dass zu den Windrädern auch Stromspeicher benötigt werden, ist sicherlich richtig, diese sind jedoch auch notwendig für den Solarstrom von den Häusern und Freiflächenanlagen. Die Speichermedien werden immer günstiger, und die Entwicklung geht ebenfalls weiter. Zudem tragen diese Stromspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes bei.
Noch etwas zu den wirtschaftlichen Aspekten: Bezieht man die Gestehungskosten mit ein, also die ganzen Kosten, die für die Stromerzeugung anfallen, kostet heute eine Kilowattstunde Sonnen- und Windstrom nur noch die Hälfte wie Strom aus Kohle, Gas und Atomkraftwerken.
Die Gestehungskosten für grüne Energie sind in den vergangenen zehn Jahren um 85 Prozent gesunken. Und der Trend geht weiter.
Darum installiert die Welt heute jeden Tag mehr Solar- und Windstromanlagen als vor 20 Jahren in einem Jahr. Diese Zahlen stammen von Fatih Birol, Leiter der Internationalen Energie-Agentur IEA, die traditionell eher Nuklear- und Verbrennertechnik favorisiert.
Guido Laggai, OberndorfSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.