Die Referenten Theo Feger (von links) und Jürgen Schöttle mit Organisator Jochen Sewald Foto: Leinemann

Bei einem Infoabend der „Windkraftzweifler“ in Winzeln stellen Theo Feger und Jürgen Schöttle den Nutzen von Windenergie in Frage.

Zu einem Informationsabend über Windkrafträder im Wisoch und im Allgemeinen begrüßte der Leiter der Bürgerinitiative Windkraft-Zweifler Fluorn-Winzeln, Jochen Sewald, die Referenten Theo Feger und Jürgen Schöttle in der Halle in Winzeln.

 

Seitens der Windkraft-Zweifler wurde dabei von einem Kampf „David gegen Goliath“ gesprochen. Zugleich bemängelten sie eine aus ihrer Sicht unzureichende Informationspolitik von Bürgermeister und Gemeinderat. Auch an Schulen in Oberndorf würden Schüler mit Meinungsmache beeinflusst, stellte Sewald in den Raum. Der Begriff „Windpark“ klinge idyllisch, spiegele jedoch nicht die tatsächlichen Auswirkungen wider.

„Handeln zugunsten der Windkraftenergie“

Theo Feger ist in seinem Vortrag auf die Energiepolitik in Baden-Württemberg und insbesondere auf den aus seiner Sicht „planlosen Ausbau der Windkraft“ eingegangen. Dieser sei ineffizient, teuer und naturbelastend. Politik und Gesetzgebung handelten nach seiner Auffassung zugunsten der Windkraftindustrie, während Bürgerrechte, Landschaftsschutz und Gemeinden vernachlässigt würden. Windkraftanlagen hätten im Land eine geringe Auslastung, verursachten Subventionskosten und bedeuteten Eingriffe in Wälder, Wasserhaushalt und Landschaft.

Feger kritisierte auch die Bundesregierung und die Landesregierung: Deutschland agiere energiepolitisch „wie ein „Geisterfahrer. Die Gesetzgebung im Land werde aus seiner Sicht zugunsten der Industrie ausgestaltet. Die mehr als 800 Anlagen seien lediglich zu rund 20 Prozent ausgelastet; zusätzlich müsse mit mehreren Dutzend windarmen Tagen gerechnet werden.

Beitrag zum Energiemix gering

Betrachte man den Gesamtenergieverbrauch aus Strom, Wärme und Mobilität, liege der Beitrag der Windenergie seiner Darstellung zufolge nur bei rund einem Prozent. Er führte aus, dass Waldflächen teilweise gerodet würden und pro Anlage bis zu mehreren Hektar Fläche verloren gingen. Zudem entstünden breite Zufahrtswege. Durch niederfrequenten Infraschall könnten gesundheitliche Folgen für Mensch und Tier zu befürchten sein. Auch mit Wertverlusten von Immobilien müsse gerechnet werden. Eigene Schreiben an Ministerien seien nach seiner Darstellung ohne Reaktion geblieben.

Im zweiten Vortrag des Abends hat Jürgen Schöttle volkswirtschaftliche Aspekte beleuchtet. Windenergie sei wetterabhängig und könne nur in begrenztem Umfang zur gesicherten Leistung beitragen. Zur Sicherung der Versorgung seien kostenintensive Maßnahmen erforderlich. Solar- und Windanlagen erreichten zwar hohe Spitzenleistungen, der Jahresdurchschnitt liege jedoch deutlich darunter. In Zeiten hoher Einspeisung entstünden Belastungen für das Stromnetz.

Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, seien nach seiner Einschätzung umfangreiche und kostenintensive Speicherlösungen notwendig. Er sprach sich für einen Stopp des weiteren Ausbaus von Windkraftanlagen aus.