Unterschiedliche Haltungen zum Thema Windpark im Wisoch zwischen Fluorn-Winzeln und Beffendorf gibt es in fast jeder der betroffenen Parteien. Doch überwiegt eine Haltung klar.
In der Podiumsdiskussion am Infoabend über einen Windpark im „Wisoch“ werden Themen aufgearbeitet, die in den Diskussionen und den verschiedenen Foren immer wieder angesprochen wurden, die allerdings nicht unbedingt den Weg auf alle Seiten gefunden haben.
So betonte Sebastian Schüßler – nach den Präsentationen in den Gemeinderäten und bei der interkommunalen Infoveranstaltung in Winzeln zum Thema für manchen das Gesicht des Projektierers Badenova für den Windpark im „Wisoch“ –, dass man Windenergieanlagen dort realisieren werde. Man habe im Vorranggebiet bereits Flächen aus privater Hand akquiriert, die nahe gelegenen, seit vielen Jahren betriebenen Anlagen zeigten, dass sich hier wirtschaftlich Energie gewinnen lasse.
In diesem Zusammenhang äußerte sich Matthias Welss, Geschäftsführer der „badenovaErneuerbare“ auch zum Thema Speicher und Netz. Und mit Blick auf den Natur- und Artenschutz wurde aus Reihen der Badenova klargestellt, dass man, obschon möglich, nicht ein verkürztes Verfahren in Anspruch nehmen werde. Dabei könnte die Genehmigungsbehörde gewissermaßen nach Aktenlage Vorschriften und Auflagen erteilen. Man wolle auf jeden Fall den kompletten Prüfungszyklus abarbeiten – auch, um differenzierte und detaillierte Informationen über das Gebiet zu bekommen, um gegebenenfalls bei Standortentscheidungen kleinräumig reagieren zu können.
Das ist ein Punkt, den Julius Schmidt vom Dialogforum Naturschutz und Energiewende betrifft – neben Möglichkeiten der Gestaltung der Windenergieanlagen oder der Abschaltvorgaben. Die Verringerung des CO2-Ausstoßes beschrieb er als maßgebliches Mittel gegen das Artensterben. Es gebe Konfliktpotenzial, doch dieses ließe sich positiv gestalten.
Gestalten muss ein Unternehmen seine Versorgungssicherheit. Deshalb: „Wir befürworten solche Projekte“, so Jerome Schempp, Personalleiter und Verantwortlicher für das Nachhaltigkeitsmanagement bei Heckler & Koch. Eigen- und lokal erzeugter grüner Strom diene der für die Versorgungssicherheit notwendigen Redundanz. Es gab auch eine Zahl, die zeigt, wie viel Strom das Unternehmen auf dem Lindenhof jährlich verbraucht: in etwa so viel wie Fluorn-Winzeln insgesamt – 15 Gigawattstunden.
Cordula Glatthaar von der Bürgerinitiative gegen Windindustrie will dafür den Wisoch-Wald nicht opfern. Die geplanten Anlagen hätten industrielle Dimensionen. Und Industrie gehöre nicht in den Wald. Man baue schließlich auch keinen metallverarbeitenden Betrieb in den Wisoch.
Die Gemeinderäte Dietmar Bantle (Fluorn-Winzeln) und Wolfgang Hauser (Oberndorf) machten deutlich, dass die Entscheidungsfindung einer intensiven Diskussion unterzogen war. Beide Gremien stehen zwar nicht einstimmig, doch mit Blick auf Teilhabe, Gestaltungsmöglichkeit und Finanzen mit klarer Mehrheit hinter der dem Vorhaben, die kommunalen Flächen für den Windpark zu verpachten.