Der Bau der acht Windenergieanlagen in Seewald hat begonnen. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt die zuständige Firma, wie das Projekt nach und nach Gestalt annehmen soll und welche Herausforderungen es dabei gibt.
Die Planungsphase der acht Windenergieanlagen des Windparks Seewald hat zwölf Jahre gedauert, nun wurde mit dem Bau begonnen. In rund eineinhalb Jahren soll auch die letzte Anlage laufen.
Beim gemeinsamen Pressetermin mit Thorsten Wehner (Kommunikation) und Sebastian Schirp, dem Leiter der Entwicklung der Baufirma Altus renewables GmbH aus Karlsruhe, wurden die ersten Informationen zum Baufortschritt und Zeitplan vorgestellt.
„Wir sind vor rund einem Monat mit den notwendigen Baumfällungen gestartet und auch der Tief- und Wegebau wurde begonnen“, erklärte Schirp. Nach der Rodung und dem Ausbau der Infrastruktur sei man nun mit den Anlagen eins und zwei aufgrund der guten Witterung schon sehr weit gekommen. „Die Fundamentgruben sind ausgehoben und nach der ersten Abnahme ist die Standfestigkeit gegeben“, so der Entwicklungsleiter.
Die Vorgehensweise Zunächst habe man im Norden angefangen und arbeite sich dann von Anlage zu Anlage. Ab Mitte Mai 2025 sind die Arbeiten am Fundament der Windenergieanlagen geplant. Das Gießen der Fundamente werde pro Anlage rund zwei Wochen dauern.
Im Juli soll die erste Phase des Turmbaus beginnen und die Betontürme, die eine Endhöhe von 164 Metern haben, sollen zunächst bis zu einer Höhe von 90 Metern aus Fertigstahlbeton montiert werden. „Für diesen Prozess haben wir pro Anlage rund vier Wochen eingeplant, bevor dann die Großkomponenten für die Anlagen angeliefert werden“, sagte Schirp.
Läuft alles nach Plan, sollen im Dezember Schwertransporte die Gondeln, Rotorblätter und Stahlelemente für die Windenergieanlagen liefern. „Das nach und nach benötigte Material wird dann zunächst auf dem Feld gegenüber der Baustelleneinrichtung gelagert. Hätten wir es direkt an den Anlagen anliefern lassen, wäre noch mehr Baumrodung nötig gewesen“, so Schirp. Das sei nun durch diese Planung vermieden worden.
Herausforderungen Zuversichtlich sei die Firma, dass trotz des Winters in Besenfeld die Anlieferung der Großkomponenten möglich sei. Der Wind sei hier ein größeres Problem, denn gerade wenn im Januar der ganz große Kran kommen soll, wäre starker Wind eher ungünstig.
Nachdem sich zunächst großer Widerstand gegen weitere Windparkanlagen in Besenfeld geregt hatte, ist nun Ruhe in der Bevölkerung eingekehrt – so scheint es zumindest. Dass die Standortgemeinden Seewald, Baiersbronn und auch die Stadt Freudenstadt an den Erträgen des Windparks beteiligt werden, habe dabei wohl auch eine Rolle gespielt.
„Die Windparkgesellschaft beabsichtigt, die Standortgemeinde Seewald sowie die angrenzende Gemeinde Baiersbronn und die Stadt Freudenstadt im Rahmen des §6 EEG an den Erträgen des Windparks partizipieren zu lassen“, sagte Wehner. Das könne einen Ertrag von 20 000 bis 30 000 Euro pro Jahr und Anlage für die Gemeinden bedeuten.
Wehner betonte, dass es ein gutes Miteinander gebe und viel Überzeugungsarbeit im Vorfeld geleistet werden musste. „Gerade hier in Seewald sind die Besitzverhältnisse der Grundstücke sehr kleinteilig, für den gesamten Windpark musste mit rund 80 Eigentümern verhandelt werden“, so Wehner.
Sobald der Windpark steht, soll auch der Rückbau der Lagerflächen erfolgen und eine Aufforstung vorgenommen werden. „Wir haben einen sportlichen Zeitplan, aber alles ist in trockenen Tüchern“, sagte Schirp abschließend.
Trischelwald noch in Arbeit Aktuell laufen noch die Vorbereitungen für das Genehmigungsverfahren für den Windpark „Trischelwald“, in dem dann weitere vier Anlage errichtet werden sollen. Ziel sei es, das Verfahren noch im April einzureichen, damit es schnell vorangehe. Die geplanten vier Anlagen sollen den Windpark in westlicher und südwestlicher Richtung erweitern.
Eigentlich hätte der Bau zusammen mit dem Windpark Seewald als eine Einheit erfolgen sollen. Doch durch frühere Vorgaben sei das nicht möglich gewesen. „Zwei der geplanten Anlagen liegen auf der Gemarkung Röt und zwei auf der Gemarkung Igelsberg“, so Schirp. „Wir gehen davon aus, dass das Verfahren schneller läuft, da ja auch das Vorhaben kleiner ist“, erklärte er.
Erste Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbefragung würden gerade ausgewertet und in das Verfahren mit einbezogen. Wichtig sei den Projektentwicklern, durch eine umfassende Bürgerbeteiligung die Akzeptanz für den Ausbau erneuerbarer Energien zu stärken.