Theo Feger (links) und Jürgen Schöttle (rechts) zeigen auf, was gegen Windkraft spricht – Jacques Barthillat, Sprecher der BI Gegenwind (Mitte), moderiert die Fragen aus dem Publikum. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Acht Windräder sind im oberen Bregtal geplant. Dagegen wehrt sich die Bürgerinitiative Gegenwind. Nun hat sie erneut zu einer Vortragsveranstaltung eingeladen.

Nun hat die Bürgerinitiative Gegenwind 2.0 Oberes Bregtal (BI) zwei Experten aus grundsätzlich verschiedenen Bereichen eingeladen, um deren Ansichten zu hören.

 

Zum einen schilderte Theo Feger, Vorsitzender der BI „Radlos – Windvernunft an Wolf und Kinzig“ die Auswirkungen von Windkraftanlagen auf die Umwelt. Er sprach im Dorfgemeinschaftshaus Rohrbach über „Natur- und Landschaftszerstörung im Mittleren Schwarzwald durch Windräder – und wofür?“.

Doch zunächst zeigte Judith Reidelbach von der BI auf, dass durch den Bau der riesigen Anlagen anstelle von Öko-Energie die nachhaltigste Umweltzerstörung stattfinden werde.

„Natur- und Landschaftsschutz werden für Windräder beerdigt“

Die Info-Abende pro Windräder verkämen zu reinen Märchenstunden, war sich Feger sicher. Eine planlose Energiepolitik opfere gesunde, blühende Landschaft der Energiewende, er sehe eine Windrad-Diktatur. „Deutschland ist Europameister in Sachen Strompreis, was man dafür der Natur antut, ist unglaublich. Natur- und Landschaftsschutz werden für Windräder ebenso beerdigt wie die Bürgerrechte“, zeigte er sich überzeugt.

Mit solchen Windrädern zeigt die Bürgerinitiative auf, was Windräder in unmittelbarer Umgebung bewirken würden. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Große Versprechungen brächten kleine Wirkung hervor. Eindeutig seien die angegebenen Werte wesentlich zu hoch angesetzt, anstelle der versprochenen rund 30-prozentigen Auslastung würden zum Teil nur sechs Prozent erreicht, da man gerade im Schwarzwald eher windarme Standorte besetze. „Wenn man das Kernkraftwerk Neckarwestheim ersetzen will, müsste man 15 000 Windanlagen bauen“, rechnete Feger vor.

Die Potenziale würden dabei deutlich hochgerechnet. Um die 30 Prozent zu erreichen, müsste man mindestens 6,5 Meter Windgeschwindigkeit je Sekunde haben, man liege aber deutlich darunter – und in Baden-Württemberg werde das maßlose Investitionssystem mit jährlich einer halben Million Euro subventioniert – Tendenz steigend. Dazu schöne man Schallgutachten. Und – je größer die Rotorfläche sei, desto kräftiger würden die Infraschall-Wände, der Schalldruck steige ins Unermessliche.

Gemeinsam gegen „den Wahnsinn“ kämpfen

„Infraschall macht krank“, wusste er – doch die Behörden würden abwiegeln. Dazu komme die Belastung durch das Umweltgift PFAS – jährlich würden durch Abrieb der Flügel rund 100 Kilogramm in die Umwelt gelangen. „Es gibt keine kriminellere Struktur als die Windradindustrie“, behauptete Feger. Geleugnet werde auch der Wertverlust der umliegenden Immobilien. „Lasst uns gemeinsam gegen den Wind-Wahnsinn kämpfen“, riet denn auch Jacques Barthillat, der Sprecher der BI.

Diplom-Ingenieur Jürgen Schöttle als zweiter Referent des Abends kommt aus der Energiewirtschaft – er referierte über „Volkswirtschaftliche Auswirkungen der Energiewende“. Wobei er sicher ist, dass Windenergie – wie auch Solarenergie – als volatile Energieformen nur sehr gering zu einer gesicherten Energieversorgung beitragen könnten. In Spitzenzeiten erbrächten diese bis zu 80 Gigawatt als Leistungsspitzen, kämen aber im Jahresmittel auf nur 18 Gigawatt, das seien gerade mal ein Neuntel der installierten Leistung von 162 GW, die zu einer Stromproduktion von 212 Terawatt führe. Bei thermischen Kraftwerken wäre bei dieser Leistung eine Stromproduktion von etwa 1300 TWh möglich, mithin das Sechsfache. Zudem gefährdeten die Sommer-Leistungsspitzen die Sicherheit des Stromnetzes, was im Gegenzug dazu führe, dass Anlagen heruntergefahren oder abgeschaltet würden – oder überflüssiger Strom ins Ausland „verschenkt“ werde.

Geringe Speicherkapazität angeprangert

Alternativ könne man den Strom speichern, allerdings sei die vorhandene Speicherkapazität verschwindend gering. Thermische Kraftwerke bis hin zu Kernkraftwerken seien grundlastfähig und steuerbar. Anders bei den Solar- und Windkraftanlagen.

„Durch die gesetzlich geregelte Einspeisevergütung und den Vorrang der Erneuerbaren bereichern sich die Anlagenbetreiber an der Allgemeinheit – ein gesellschaftspolitischer Skandal“, befand Schöttle. Das Ergebnis – ein Energiepreis, der deutsche Energiekosten an die Spitze in Europa treibe und Industrie und Privatverbraucher aufs äußerste belaste. „Energiekosten, Versorgungssicherheit, Deindustrialisierung und Wohlstandsverluste werden die zukünftigen Herausforderungen sein“, so Schöttle. Eine Energiewende ohne einen Mix aus neuen, innovativen Technologien wie fortgeschrittenen Reaktoren und Fusionsanlagen werde definitiv scheitern, da sei er sicher. Am Ende stellten sich die beiden Referenten den Fragen der rund 80 Besucher.