Fritz Vahrenholt hat bei der Veranstaltung der Kraftgruppe Gegenwind über CO2 und Pflanzenwachstum sowie über Atomkraftwerke geredet. Unser Leser Lothar Ellinger möchte diese Aussagen so nicht unkommentiert stehen lassen.
Fritz Vahrenholts Vortrag „Die Energiewende ist gescheitert“ enthielt mehrere populistische bis unhaltbare Aussagen. Zu zweien nehme ich Stellung:
Erstens: Vahrenholt verschweigt biologische und chemische Zusammenhänge, wenn er behauptet, dass Wälder bei steigendem CO₂-Ausstoß immer mehr von diesem CO₂ aufnähmen. Das Gegenteil ist richtig. Die CO₂-Aufnahmekapazität ist nicht nur grundsätzlich beschränkt, sie nimmt inzwischen geradezu dramatisch ab.
Folgen für unsere Enkelkinder
Das nicht verarbeitete CO₂ wandert in die Atmosphäre ab und verschärft den Treibhauseffekt und damit die Klimaerwärmung. Für seinen Aufstieg in die Atmosphäre benötigt dieses Gas rund 30 Jahre.
Das heißt, die Auswirkungen des in den letzten 30 Jahren ausgestoßenen Kohlendioxids erfahren unsere Enkel ungefähr bis zum Jahre 2050. Da ist nichts mehr rückgängig zu machen.
Vier von fünf Bäumen sind krank
Blätter verarbeiten das eingeatmete CO₂ mit Hilfe des Sonnenlichts zu Kohlenstoff und lagern diesen für das Holzwachstum ein. Dies gelingt nur, wenn sie gleichzeitig über die Wurzeln genügend Wasser erhalten. Dies ist immer weniger gewährleistet, weil die steigenden Temperaturen die Böden austrocknen.
Man erkennt dies an den verkürzten Jahresaustrieben und der Auslichtung der Baumkronen. Laut dem Waldschadensbericht sind nur noch 20 Prozent unserer Wälder wirklich gesund.
Keine „sicheren Atomkraftwerke“
Zweitens: Vahrenholts Aussagen über die Nutzung der Atomenergie waren Nebelkerzen. Er hält den Atomstrom für die billigste Energie.
Das Frauenhofer Institut hat das genaue Gegenteil errechnet. Die von Vahrenholt empfohlenen „sicheren Atomkraftwerke“ gibt es nicht. Das sieht auch die Versicherungsbranche so, die noch nie eine Atomanlage versichert hat.
Tschernobyl lässt grüßen
Dazu gehören auch die sechzehn ungeschützten Zwischenlager für hochradioaktiven Müll. Das sind freistehende Hallen, die gegen einen etwaigen Drohnenangriff nicht geschützt werden können. Sollte dies passieren, hätten wir in unserem Land unzählige Binnenflüchtlinge.
Verstrahlte Züge und private Fluchtfahrzeuge, die es in großer Anzahl geben würde, würden unsere Nachbarn nicht über die Grenze lassen. Das war auch nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl so.
Verhinderung des Atomwahnsinns
Was hat Vahrenholt noch verschwiegen? Geplante Bauzeiten und Kosten für den Bau von Atomkraftwerken wurden in den letzten zwanzig Jahren um mehrere hundert Prozent überschritten. Investoren für neue Projekte werden sich erst dann finden, wenn sie staatlich subventioniert werden.
Diese staatliche Subventionierung des Atomstroms wird in Frankreich aufgrund der hohen Staatsverschuldung inzwischen heftig diskutiert. Bei uns würden die Bürgerinitiativen zur Verhinderung des Atomwahnsinns wie Pilze aus dem Boden schießen.
Lothar Ellinger, Sulz-BergfeldenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.