Ein Bürgerbegehren will den Bau von Windkraftanlagen in den Gebieten Stumpen-/Eichwald und Breite verhindern (Symbol-Foto). Foto: Kornfeld

Ein neues Bürgerbegehren ins Sachen Windkraft im Staatsforst hat Fahrt aufgenommen. Die Bürgerinitiative NaturAktiv Sigmarswangen hat dabei kommunale Flächen und Wege im Blick.

Nach der von rund 200 Bürgern besuchten Informationsveranstaltung mit Andreas Schulte im Bürgerzentrum Sigmarswangen wurde ein neues Bürgerbegehren vorgestellt, das sich gegen die Nutzung kommunaler Flächen und Wege für die geplanten Windindustrieprojekte von Sowitec und weiteren Projektierern richtet.

 

Aus Sicht vieler Bürger steht dabei eine zentrale Frage „Wie kann der bereits beim Bürgerentscheid 2025 klar geäußerte Wille der Bevölkerung berücksichtigt werden, wenn nun erneut tiefgreifende Eingriffe in sensible Wald- und Naherholungsgebiete geplant werden?“ im Raum, schreibt die Bürgerinitiative NaturAktiv Sigmarswangen in ihrer Pressemitteilung

Isabel Pittroff und Joachim Hilt

Sie unterstützt das Bürgerbegehren. Kritisch wird gesehen, dass trotz Auswirkungen auf Natur, Landschaftsbild und Lebensqualität bislang keine klare Zusage vorliegt, kommunale Wege und Flächen für diese Projekte auszuschließen.

Viele Bürger sorgen sich um den Schutz der Wälder, der Biotope sowie der Naherholungsgebiete rund um Sigmarswangen und die Schillerhöhe. Das neue Bürgerbegehren wurde von Isabel Pittroff von der Schillerhöhe sowie Joachim Hilt aus Sigmarswangen initiiert.

Die kommunalen Wege

Als Vertrauenspersonen sind Georg Schrön, Bernd Hoffmann und Markus Schneckenburger benannt. Ziel ist es, die Stadt Sulz aufzufordern, der Sowitec Group sowie anderen Windkraftprojektierern und deren Zulieferern die Nutzung städtischer Flächen und Wege für Zuwegung, Anlieferung, Kabeltrassen sowie Bau und Betrieb von Windkraftanlagen in den Gebieten Stumpen-/Eichwald und Breite – soweit rechtlich zulässig – zu untersagen.

Der Bürgerentscheid im Jahr 2025 hatte gezeigt, dass sich über 60 Prozent der Bürger gegen Windindustrieanlagen ausgesprochen haben. Dennoch planen ForstBW und Sowitec fünf große Windkraftanlagen im Staatswald. Für die Umsetzung dieser Projekte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit kommunale Wege und Flächen benötigt; ohne deren Nutzung wären die Vorhaben kaum realisierbar.

Zwar wurde der Bürgerwille von Bürgermeister Keucher anerkannt, eine klare Zusage zur Verweigerung der Nutzung kommunaler Flächen und Wege liegt jedoch bislang nicht vor. Dabei kann die Stadt Sulz durch eine Fremdnutzung ihrer Wege und Flächen für diese Projekte aus Sicht der Initiative nur verlieren: Leidtragende wären die Menschen vor Ort, die umliegenden Ortsteile und die wertvolle Natur.