Das Interesse an der Bürgerfragestunde im Gemeinderat in Sulz war groß. Dominierendes Thema: Windkraft – und weshalb sie jetzt doch im Sulzer Wald kommt.
Die Stühle im Bürgersaal waren zur Fragestunde des Gemeinderats gut gefüllt. Denn zahlreiche Mitglieder der Initiative „NaturAktiv Sigmarswangen“, einzelne Ortschaftsräte aus Sigmarswangen und Holzhausen sowie weitere Bürger hatten dort Platz genommen.
David Kerner, Ortschaftsrat aus Sigmarswangen, brachte die Bedenken auf den Punkt. So wandte er ein, „Otto Normalverbraucher“ verstehe nicht, dass das angenommene Bürgerbegehren nicht für den Staatswald gelte. Ende Februar hatte bei der Abstimmung „Soll die Verpachtung kommunaler Waldflächen der Stadt Sulz am Neckar an Windanlagenbetreiber/-investoren unterbleiben?“ eine Mehrheit „Ja“ angekreuzt.
Nutzung kommunaler Wege unwahrscheinlich
Doch da der Staatswald nicht im Besitz der Stadt Sulz ist, sondern eben „dem Staat“ gehört, gilt das Votum des Bürgerbegehrens nicht für diese Flächen. „Gab es Anfragen zur Nutzung von Wegen, die auf Sulzer Flächen liegen?“, wollte Kerner wissen.
„Mir ist nichts bekannt“, wies Bürgermeister Jens Keucher auf seinen aktuellen Wissensstand in Sachen Windkraft im Staatswald hin. Darüber hinaus gehörten die in Frage kommenden Flächen Forst BW – und diese seien sehr groß. „Da rechne ich nicht, dass kommunale Flächen gebraucht werden“, äußerte er eine Vermutung.
Keine neuen Informationen
Auch Hannah Mittner, Ortschaftsrätin aus Holzhausen, hatte einige Fragen dabei. „Wie viele Anlagen sind genau an welchen Standorten geplant?“, wollte sie den Sachstand der Verwaltung wissen. Auch die genaue Bauart der Anlagen, die bauzeitliche Flächennutzung und der dauerhafte Flächenverbrauch waren für sie von Interesse.
Er habe davon gehört, dass es bei Sigmarswangen drei und in der Gegend zwischen Schillerhöhe und Glatt zwei Anlagen geben solle, erläuterte Keucher die ihm vorliegenden Informationen. „Das ist aber schon länger her“, erklärte er im selben Atemzug.
Vorgaben von Bund und Land
Es werde demnächst einen Termin mit dem Projektierer Sowitec geben. „Danach bin ich hoffentlich schlauer“, sagte er. Doch zum aktuellen Zeitpunkt sei er über die Höhe, die Art oder auch den genauen Standort der geplanten Anlagen nicht informiert.
Der Ausbau von Windkraftanlagen geht auf Vorgaben von Bund und Land zurück: Auf 1,8 Prozent der Fläche jedes Regionalverbandes sollen Anlagen realisiert werden. „Wir planen sowohl für staatliche und kommunale wie auch für private Flächen“, hatte Marcel Herzberg, Direktor des Regionalverbandes Schwarzwald-Baar-Heuberg, in der Februarsitzung 2024 des Sulzer Gemeinderats erklärt.