Es sollen sich eher die chinesischen und US-amerikanischen Akteure bewegen als die Windräder bei Sulz (Symbol-Foto). Foto: Richard Nantais - stock.adobe.co

„Gutmenschliches Wunschdenken“ wirft unser Leser Axel Hempfling dem Gemeinderat und der Initiative Pro Wind vor. Die Temperaturerhöhung von über 1,7°C fordert seiner Einschätzung nach konsequenten Waldschutz ohne Windräder.

Die Vertreter des Gemeinderats und der Initiative Pro Wind wollen uns Bürger für dumm verkaufen: erstens ist es völlig abwegig, zu behaupten, dass das hektarweise Abholzen von Bäumen den Wald schützen soll.

 

Es ist doch gutmenschliches Wunschdenken, dass der Klimawandel mit Windrädern auf der Dicke aufgehalten werden kann. In der Realität entscheiden die Kohlegruben Chinas (30 Prozent CO₂-Ausstoß weltweit) und die Erdgas- und Erdölkraftwerke der USA (14 Prozent) über den weltweiten Temperaturanstieg, auch bei uns. Mit nur 1,7 Prozent CO₂-Ausstoß in Deutschland spielt es für den globalen Klimawandel doch gar keine Rolle, ob wir Windräder auf der Dicke bauen oder nicht.

Bürgerbeteiligung ist Augenwischerei

Zweitens, wie sollen wir verstehen, dass durch den Bau von Windrädern auf der Dicke weitere Windräder auf anderen Flächen verhindert werden sollen? Das Gegenteil ist doch der Fall: schaut man nach Heiligenzimmern, werden die ein bis zwei Windräder dort nur kommen, wenn die Stadt Sulz die sechs Windräder auf der Dicke bauen lässt, einzelne allein lohnen sich sicher nicht.

Drittens, erklärt uns keiner, an wen Qualitas die Windräder auf der Dicke gleich nach dem Bau verkaufen wird. Qualitas projektiert diese nur und wird sie nicht betreiben. Darauf hat die Stadt Sulz auch keinen Einfluss mehr und die 3-Täler-Energie wird sich so ein Windrad gar nicht leisten können. Deshalb ist die Bürgerbeteiligung an einem der Windräder auf der Dicke reine Augenwischerei.

Unseriöse Argumentation

Viertens: der Atomausstieg ist politischer Konsens und erfolgreich vollzogen. Kein vernünftiger Mensch trauert dieser hochgefährlichen und auf Jahrhunderte hinaus umweltbelastenden Technologie nach. Warum wird uns dann mit halbseitigen Anzeigen vorgemacht, dass Kernkraft in Sulz ein Thema wäre? Das ist doch atomrechtlich schon gar nicht möglich.

Die Befürworter der Windkraft im Wald wollen uns nur einreden, dass die Windräder das kleinere Übel wären. Eine solche Argumentation ist aber völlig unseriös. Und was die angeführte Wiederaufforstung der für die Windräder gerodeten Flächen angeht: ein Wald braucht 80 bis 120 Jahre bis er wieder steht. Angesichts des wärmsten Januars seit Aufzeichnungsbeginn und einer Temperaturerhöhung von über 1,7°C im Vergleich zur vorindustriellen Ära haben wir diese Zeit aber nicht mehr!

Axel A. Hempfling, Sulz

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