Geht es nach Stefan Link, könnten in Zukunft Castor-Transporte nach Sulz rollen (Symbol-Foto). Foto: dpa/Jason Tschepljakow

Stefan Link will Uran in Sulz. Dazu hat er die Bundesgesellschaft für Endlagerung kontaktiert. Seine Idee: Der Stollen, der von Bergfelden nach Haigerloch führt.

Im November sorgte eine Äußerung von Stadtrat Stefan Link (AfD) für Aufsehen, bei der er für ein kleines Atomkraftwerk im InPark A81 warb sowie den anfallenden radioaktiven Müll in den Sulzer Stollen bringen wollte.

 

Jetzt wurde bekannt, dass Link Mitte Januar die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) kontaktiert hatte und ein mögliches Endlager für Atommüll in Sulz thematisierte.

„Schnapsidee des Jahrhunderts!“

„Ich könnte mir auch ein Zwischenlager für eine bestimmte Zeit vorstellen – in dem Stollen, der von Bergfelden nach Haigerloch führt“, erklärt er den Verantwortlichen, die sich mit einer künftigen Standortauswahl für Uran, Plutonium und Co. beschäftigen.

Doch schon im vergangenen Jahr hatte Links Vorstoß für Kopfschütteln gesorgt. „Ein Atom-Endlager im Sulzer Stollen – das ist die Schnapsidee des Jahrhunderts!“, hatte sein Ratskollege Tobias Nübel (CDU) die Ideen für eine strahlende Landschaft bezeichnet.

„Wenden Sie sich an die BGZ“

Es ist allerdings fraglich, ob Links Vorschlag auch reale Auswirkungen hat. Denn die Öffentlichkeitsabteilung der BGE weist ihn unverzüglich darauf hin, dass er bei ihnen an der falschen Adresse sei.

„Bezüglich Ihres Hinweises auf die Nutzung des Stollens in Ihrer Region zur Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle wenden Sie sich bitte an die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung“, heißt es im Antwortschreiben.

Zwischenlager in Gorleben

Denn die BGE sei zwar verantwortlich für Standortsuche, Bau, Betrieb und Verschluss des späteren Endlagers, nicht aber für den Betrieb der Zwischenlager.

„Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass die hochradioaktiven Abfälle in den standortnahen (an den ehemaligen Kernkraftwerksstandorten) und zentralen (Ahaus und Gorleben) Zwischenlagern gelagert werden bis sie zu einem noch zu ermittelnden Endlagerstandort überführt werden“, wird der Sulzer Stadtrat weiter von dem BGE-Mitarbeiter aufgeklärt.

Eine Anfrage der Redaktion, sich zum Sachverhalt zu äußern, ließ Link unbeantwortet.