Zur Ausweisung von Windenergieanlagen im Simmozheimer Forst hat unser Leser Christian Kraft die folgende Meinung.
Es geht um die Ausweisung von drei Windenergieanlagen im Gemeindewald Simmozheim – insgesamt sind sieben Anlagen im gesamten Vorranggebiet WC 4 vorgesehen.
Bei dem betroffenen Wald handelt es sich um forstwirtschaftlich genutzte Kulturflächen. Ein Blick auf die Luftbilder der vergangenen 60 Jahre zeigt deutlich, dass dieser Wald, insbesondere durch die Sturmereignisse Vivian, Wiebke und Lothar, erheblich geschädigt wurde. Die Stürme hinterließen große Kahlflächen. Dennoch hat sich der Wald in den darauffolgenden Jahren bemerkenswert gut erholt – so gut, dass sich heute viele Bürgerinnen und Bürger engagiert für seinen Erhalt einsetzen.
Welche Auswirkungen haben die Windräder?
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Auswirkungen drei bis sieben Windenergieanlagen im Vergleich zu den massiven Schäden der damaligen Sturmereignisse tatsächlich hätten – zumal hierfür verpflichtende Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind, die den Eingriff zusätzlich kompensieren.
Hinzu kommt, dass die derzeitige Baumartenzusammensetzung angesichts der fortschreitenden und sich weiter verschärfenden Klimaerwärmung langfristig ohnehin nicht in ihrer heutigen Form erhalten bleiben kann. Der Wald befindet sich – unabhängig von der Windenergie – bereits in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel.
Ich begrüße ausdrücklich, dass vielen Bürgerinnen und Bürgern der Wald am Herzen liegt. Dennoch entsteht der Eindruck, dass das aktuelle Engagement vor allem deshalb so ausgeprägt ist, weil der Wald überwiegend als Argument gegen die Windenergieanlagen herangezogen wird.
Langfristiger Waldschutz
Wäre ein vergleichbares Interesse bereits vor Jahrzehnten vorhanden gewesen, hätte man sich möglicherweise intensiver mit notwendigen Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel auseinandergesetzt – im Sinne eines langfristigen Waldschutzes. Windenergieanlagen im Wald ist daher kein Widerspruch, sondern Teil der Lösung –wenn sie verantwortungsvoll geplant und umgesetzt wird! Wer dies ablehnt, während er weiter fossile Energien nutzt, erhält nicht den Wald – er opfert ihn!
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