Vertreter des Waldkindergartens Bad Liebenzell sind bei der Einwohnerversammlung in Simmozheim vor Ort. Foto: Roland Stöß

Bei der Einwohnerversammlung zum Bürgerentscheid sind auch Kinder des Waldkindergartens Bad Liebenzell vor Ort. Daran stört sich eine Leserbriefschreiberin. Der Kindergarten reagiert.

Zum Thema Windkraft findet am Sonntag, 8. März, in Simmozheim ein Bürgerentscheid statt. Informationen dazu lieferte eine Einwohnerversammlung der Gemeinde Anfang des Monats in der Geißberghalle. Vor Ort waren auch Vertreter des Waldkindergartens Bad Liebenzell, darunter Eltern und Kindern.

 

Am 25. Februar erschien dazu ein Leserbrief von Carmen Hollein aus Simmozheim. Sie empfand den Auftritt des Kindergartens als „befremdlich“ und die Anwesenheit der Kinder als Instrumentalisierung. Ihr dränge sich dabei der Begriff Missbrauch auf. Das will Michaela Sondej, Geschäftsleitung des Waldkindergartens in Unterhaugstett, so nicht stehen lassen.

Sie könne damit leben, dass die Leserbriefschreiberin ihren Auftritt bei der Einwohnerversammlung als „befremdlich und peinlich“ empfunden habe, schreibt Sondej. Was sie aber nicht toleriere, das sei die „haltlose Anschuldigung des ,Missbrauchs’“. Die sei eine „massive Unterstellung.“ Sie rücke die pädagogische Arbeit und den Kindergarten in ein schlechtes Licht.

Verwundert über Äußerungen

„Ebenfalls verwundert hat mich die Äußerung über das Erscheinen einiger Eltern mit ihren Kindern. Unser Auftreten war zu jedem Zeitpunkt freundlich, offen, kommunikativ und wertschätzend“, teilt Michaela Sondej mit.

Sondej erklärt, dass sie den Kindern Gehör verschaffen und den Simmozheimern darlegen wolle, „welche existenziellen Auswirkungen es für den Standort des Waldkindergartens Bad Liebenzell haben kann, wenn Teile des Waldes für Industrieanlagen dieser Dimension geopfert werden.“

Die Kinder seien im Wald und damit auch auf der Gemarkung Simmozheim unterwegs, selbst wenn sich die dauerhaft bespielten Flächen des Kindergartens nicht dort befinden. Für die Kinder sei der Wald ein „Ort des Lernens und Aufwachsens“. Auch nachfolgende Generationen sollten die Möglichkeit haben, einen Teil ihrer Kindheit dort zu verbringen, meint Michaela Sondej.

„Mein Auftreten bei der Einwohnerversammlung diente dem Zweck, dass wir als Kindergarten wahrgenommen werden und in dieser Diskussion eine Stimme erhalten.“ Sie schreibt, es gehe darum, im Blick zu behalten, was „eine Entscheidung für andere Beteiligte bedeuten kann“.

Sondej findet es bedauerlich, dass bei dem Thema „kaum noch auf einer sachlichen Ebene diskutiert wird“, und dass persönliche Betroffenheiten keinen Platz mehr haben dürfen. „Stattdessen greift man zu Mitteln, die persönlich beleidigend sind und einen konstruktiven Dialog erschweren“, heißt es in der Stellungnahme abschließend.