Der Bau von Windkraftanlagen im Wald stößt auf geteilte Meinungen (Symbol-Foto). Foto: christian - stock.adobe.com

Durch den Bau von Windkraftanlagen im staatlichem und kommunalem Wald sieht unser Leser Marc Bettinger Nachteile für Mensch und Natur.

Entsetzen, Panik, Stress herrschte in der letzten Ortschaftsratssitzung in Sigmarswangen.

 

Nur weil Ministerpräsident Kretschmann quasi per Dekret beschlossen hat: „Jetzt zweckentfremden wir einfach unseren Staatswald als Ausgangsbasis für 200 Meter hohe Windkraftanlagen, da können die Bürger sich auch nicht groß einmischen, weil der Wald ForstBW gehört.“

Wertvolle Ökosysteme

Mit einem Federstrich wird unser Wald, der eigentlich unter besonderem Schutz stehen sollte, zum Industriegebiet degradiert. Eine solche Zweckentfremdung der Natur ist für mich ein Skandal!

Unsere Wälder sind wertvolle Ökosysteme – sie bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Doch nicht nur der Standort, sondern auch die Dimension der geplanten Windkraftanlagen, bereitet mir große Sorgen.

Bürger verlassen den Ort

Die neuesten Anlagen, wie in Baiereck nahe dem Schurwald, haben gezeigt, welche massiven Probleme sie verursachen können. Dort wurden nach großem Widerstand lediglich zwei Nordex-Anlagen (Generation N149) errichtet – und dennoch sind die Auswirkungen gravierend.

Der Lärm der Rotoren dringt selbst in geschlossene Wohnräume ein, das Brummen stört die Nachtruhe der Anwohner so sehr, dass viele nur noch mit Ohrstöpseln schlafen können. Viele Bürger sehen als letzte Option nur noch den Wegzug.

Belastung für Natur

Und was bedeutet das für Sulz? Sollten sich die Windkraftbefürworter bei der Abstimmung am 23. Februar durchsetzen, müssen wir mit noch größeren Anlagen rechnen: der Generation N175 von Nordex, mit Nabenhöhen von bis zu 200 Metern!

Die Erfahrung zeigt: Je höher die Anlagen, desto größer die Belastung für Mensch und Natur. Wollen wir das wirklich zulassen?

Marc Bettinger, Sulz-Sigmarswangen

Schreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.