Der Ausbau der Windkraft ist ein Reizthema. Gerade die Gemeinde Seewald leistet viel auf diesem Gebiet. Wie wird es weitergehen?
Wie viele weitere Windkraftanlagen in den nächsten Jahren in der Gemeinde Seewald errichtet werden – das vermag derzeit niemand zu sagen. Auch Bürgermeister Dominic Damrath muss bei der Frage passen.
Fest stehe lediglich, sagt er, dass entlang der Bundesstraße 294 bisher acht weitere Windräder genehmigt seien. „Mit dem Bau wird es aber wohl noch eine Weile dauern, ich schätze noch etwa zwei Jahre“, sagte Damrath im Gespräch mit unserer Redaktion nach einer Gemeinderatssitzung, bei der es wieder einmal um das Dauerthema Windkraft ging.
Zwar laufe noch eine Klage der Gemeinde, „doch ich gehe davon aus, dass wir mit dem Betreiber eine Einigung erreichen“, so Damrath.
Schon heute leistet die Gemeinde Seewald einen ganz erheblichen Anteil in Sachen Ausbau der Windenergie: Von den insgesamt 14 bestehenden Windenergieanlagen im „Windpark Nordschwarzwald“ befinden sich fünf Anlagen auf der Gemarkung Seewald. Diese fünf Anlagen erzeugen doppelt so viel Strom wie in der gesamten Gemeinde Seewald benötigt wird, heißt es.
Gemeinden nehmen Stellung
Doch weitere Entscheidungen stehen an. In der Gemeinderatssitzung ging es konkret um den Teilregionalplan Windenergie des Regionalverbands Nordschwarzwald. Hintergrund: Nach derzeitiger Gesetzeslage müssen die Regionalverbände Flächen ausweisen, die für Windräder in Frage kommen. Die Kommunen sind aufgefordert, Stellungnahmen zu diesen vorläufigen Plänen abzugeben. Und die Zeit drängt: Bereits im nächsten Jahr sollen die endgültigen Beschlüsse stehen.
Über die Pläne des Regionalverbands wird seit Jahren diskutiert. „Ursprünglich waren fast 40 Prozent der Gemeindefläche als mögliche Flächen für Windkraftanlagen vorgesehen“, berichtete Damrath vor dem Gemeinderat. „Jetzt sind es nur noch knapp drei bis vier Prozent.“ Insoweit zeigte sich Damrath grundsätzlich zufrieden. So seien zunächst etwa große Flächen in Göttelfingen und Erzgrube vom Regionalverband ins Auge gefasst worden, die zu „massiven Beeinträchtigungen“ geführt hätten, in Igelsberg wurde teilweise eine regelrechte „Einkesselung“ durch Windräder befürchtet. „Wir gehen zwar den eingeschlagenen Weg mit“, sagte Damrath vor dem Gemeinderat, der eine Beschlussvorlage zu den Plänen des Regionalverbands bei nur zwei Gegenstimmen verabschiedete.
Hoffen auf Nachjustierung
Eine kontroverse Debatte gab es in der Gemeinderatssitzung nicht. Zugleich fügte der Bürgermeister aber hinzu, man hoffe weiterhin auf „Nachjustierungen in der Endphase“ des Prozesses. Eindringlich warnte Damrath davor, sich dem Verfahren zu verweigern.
Wenn die Gemeinden keine Flächen für die Windkraft ausweisen sollten, werde es Wildwuchs geben. „Dann kann theoretisch jeder in jedem beliebigen Flurstück eine Windkraftanlage bauen.“