Die Gemeinde Loßburg möchte den Vorsorgeabstand für Windräder erhöhen. (Archivbild) Foto: Thomas Fritsch

Um Mensch und Natur vor Überlastung zu schützen, sollen die Vorranggebiete WF 17: Sandwiesenwald und Heldenäcker sowie WF 18: Heilenberg aus der Planung genommen werden. Das wünscht sich die Gemeinde Loßburg.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat Loßburg die Planentwürfe des Regionalverbands Nordschwarzwald zur Kenntnis genommen. Zudem wurde die Verwaltung ermächtigt, eine Stellungnahme an den Regionalverband abzugeben. Die Stellungnahmen der einzelnen Ortsteile sollen dabei berücksichtigt werden. Außerdem empfiehlt die Gemeinde dem Regionalverband, die Vorranggebiete WF 17 und WF 18 zu überprüfen und aus der Planung herauszunehmen. Der Beschluss fiel mehrheitlich bei zwei Enthaltungen.

 

Der Planungsausschuss des Regionalverbands Nordschwarzwald hat am 24. Januar den Teilregionalplan Windkraft in seiner Entwurfsplanung beschlossen. Damit wurde auch das Beteiligungsverfahren eingeleitet, erläuterte Samira Seeger vom Bauamt. Als Träger öffentlicher Belange hat Loßburg bis zum 5. Mai die Gelegenheit, zum Entwurf Stellung zu nehmen.

4200 Hektar betroffen

Baden-Württemberg will seine Klimaschutzziele früher als der Bund umsetzen, daher müssen die Teilflächenpläne von mindestens 1,8 Prozent der Regionsfläche bis 30. September 2025 als Satzung festgestellt werden. Im gesamten Nordschwarzwald ist eine Fläche von 4200 Hektar betroffen.

Auch der Entwurfsplan des Regionalverbands hat seine Standorte in mehreren Stufen ermittelt. Kriterien waren eine mittlere gekappte Winddichte von mindestens 215 Watt pro Quadratmeter über Grund, die Vorsorgeabstände zu Wohnbauflächen und gemischten Bauflächen und die Ergebnisse aus der Umweltprüfung.

Die Gemeinde Loßburg hat auch die in ihrem eigenen, rechtsgültig verabschiedeten Teilflächennutzungsplan (TFNP) festgelegten Konzentrationsflächen an den Regionalverband übermittelt, dabei wurden kleinere Flächen gleich herausgenommen. Übrig geblieben sind die Konzentrationszonen WF 12: Schulzenhansenwald mit 245 Hektar, WF 16: Heiligenwald mit 128 Hektar, WF 17: Sandwiesenwald und Heldenäcker mit 21 Hektar sowie WF 18: Heilenberg mit 29 Hektar.

Schutz für Mensch und Natur

Schömbergs Ortsvorsteher Karl Pfau erläuterte die Stellungnahme für den Ortsteil: „Mit der WF 16 erklärt sich Schömberg einverstanden. Die kleinen Flächen außerhalb sieht die Gemeinde kritisch, und zwar die Fläche Kohlplatte und eine Fläche im nördlichen Steinwald. Damit wäre Vordersteinwald umzingelt. Die WF 12 stellt für den Vordersteinwald eine zu starke Belastung dar, auch sollten die Nähe zu den Anwohnern und die Topographie berücksichtigt werden.“

Die Verwaltung verweist in ihrer Vorlage darauf, dass Loßburg 5,4 Prozent seiner Fläche ausweist. Daher sollte möglichst auf die kleineren Vorranggebiete verzichtet werden, um Mensch und Natur vor Überlastung zu schützen. Sie beantragt, auf die WF 17 zu verzichten, um eine Konzentration auf die beiden großen Flächen WF 16 und WF 12 zu erreichen. Auch WF 18 soll aus der Planung genommen werden, denn schon im Gebietssteckbrief des Regionalverbands wird diese Fläche als sehr konfliktbehaftet bewertet, verbunden mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Umwelt.

Erhöhung des Abstands

Zudem soll der Vorsorgeabstand auf 850 Meter erhöht werden, im TFNP der Gemeinde waren noch 750 Meter vorgesehen. Damit soll womöglich die Akzeptanz in der Bevölkerung steigen, außerdem beurteilt die Gemeinde dies wegen der vorgesehenen „Rotor-Out-Regelung“ als zielführend.

Der Inhaber des Gasthofs Vordersteinwald, Klaus Eberhardt, hatte in einer Bürgerfragestunde eine Erhöhung der Abstände auf 1,5 Kilometer gefordert. Bürgermeister Christoph Enderle machte ihm wenig Hoffnung.

Enderle sagte, dass Forst BW seine Flächen im Schömberger Wald bereits ausgeschrieben und verpachtet habe: an den Projektierer Galileo aus München. Weder mit Forst BW, noch mit dem Projektierer sei ein gemeinsames Vorgehen möglich gewesen. Enderle machte keinen Hehl aus seinem Ärger darüber, er habe Minister Peter Hauk (CDU) und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angeschrieben. Die Antwort stehe noch aus.