Unser Leser Robin Kübler aus Waldachtal hat folgende Meinung zu Windkraft in Loßburg.
Für ein Windrad gerodete Flächen müssen zu Großteilen kompensiert werden, um die Auswirkungen auf die Umwelt gering zu halten. Punktuell errichtete Windräder können die Bereitstellung der Ökosystemleistungen großer Waldgebiete kaum entscheidend beeinträchtigen, die eigentliche Bedrohung für Wald und Lebensräume in unserer Kulturlandschaft liegt woanders: Auswirkungen des Klimawandels, Übererschließung, Industrieanlagen, Wohngebiete.
Seit 1990 wurden, unter Annahme des Flächenbedarfs von einem Hektar pro Windrad, selbst im Rahmen der großzügigsten Berechnungen höchstens 0,01 bis 0,02 Prozent der Gesamtwaldfläche Deutschlands für Windkraft gerodet. 2,4 Prozent der deutschen Waldfläche sind allein in den vergangenen sechs Jahren als Folge des Klimawandels abgestorben. Von einer Waldvernichtung durch Windkraft zu sprechen ist stumpfe Polemik und vernachlässigt die Relationen.
Ein Windrad spart jährlich 5000 bis 10 000 Tonnen CO2 ein. Auf einem Hektar der Schömberger Plenterwälder sind circa 500 Tonnen CO2 gebunden. Dieses wird auch bei einer Rodung nicht vollständig freigesetzt und langfristig in den Ausgleichsflächen wieder gebunden. Ein Blackout wird durch mehr erneuerbare Energien aufgrund weitreichender Sicherungsmechanismen nicht wahrscheinlicher.
Fossile Energien und Atomstrom stärker subventioniert
Der hohe Energiepreis kommt aufgrund der Orientierung am teuersten Energieträger Gas, einem über Jahrzehnte verschlafenen Ausbau des Stromnetzes sowie Steuern zustande. Dass fossile Energien und Atomstrom in Europa seit Jahrzehnten stärker subventioniert wurden und nur deswegen der Atomstrom wettbewerbsfähig war, muss ergänzt werden.
Ist Subventionierung nur schlecht, wenn sie in den „falschen“ Bereichen erfolgt? Windenergie ist hinsichtlich der Gestehungskosten eine der mit Abstand günstigsten Energiequellen, daran ändert jegliche Phrasendrescherei nichts. Wer anderen eine „politisch-taktische“ Vorgehensweise unterstellt, selbst aber Rosinenpickerei betreibt, um ein Narrativ aufrechtzuerhalten, bekleckert sich nicht mit Ruhm. Zukunftsfähige Kompromisslösungen mit Blick auf das geringere Übel müssen auf den Tisch. Freundliche Grüße von einem Forstmann.
Robin Kübler, WaldachtalSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.