Unser Leser Franz Zöll aus Loßburg-Schömberg hinterfragt die Sicherheit der geplanten Windkraftanlagen im Stiftungswald Loßburg-Schömberg mit Blick auf das Trinkwasser.
Im vom Veranstalter verfassten Artikel wird die Gefährdung der Trinkwasserversorgung durch die Talsperre Kleine Kinzig aus meiner Sicht verharmlost. Dem kann nicht unwidersprochen bleiben. Dazu zwei Beispiele von vielen:
Das Online-Portal „Agrarheute“ veröffentlichte am 16. Dezember 2024 einen Artikel zum Thema Kontamination durch Schmieröle in Windkraftanlagen. Darin heißt es: „Trotz regelmäßiger Wartung passiert es immer wieder, dass aufgrund Materialermüdung Schmieröl aus dem Getriebegehäuse austritt. (...) Das Schmieröl läuft dann am Turm herunter und wird im schlimmsten Fall noch durch den Wind in der Gegend verteilt, sagt die auf die Wartung von Windrädern spezialisierte Firma ibe-industrieservice.“
Zweites Beispiel: Im Oktober 2025 kam es in Havixbeck zu einem schweren Windradeinsturz (Nordex-Anlage wie in Loßburg-Schömberg geplant). Die tonnenschweren Wrackteile sind bis heute nicht geborgen, dadurch konnte selbst jetzt nach Monaten noch nicht einmal festgestellt werden, wie tief Öl in den Boden eingedrungen ist.
Gemäß Flyer der Firma Alterric beinhaltet jede moderne Windkraftanlage circa 3000 Liter unterschiedliche Schmierstoffe, alle in unterschiedlichen Klassen als wassergefährdend eingestuft. Drei der vier Windkraftanlagen sind hangseitig Richtung Talsperre geplant, die wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt ist. Ein ähnlicher Unfall wie in Havixbeck könnte die Trinkwasserversorgung von circa 40 Verbandsgemeinden mit rund 350 000 Einwohnern zum Erliegen bringen; eine unvorstellbare Katastrophe, denn die alten Trinkwasserquellen sind größtenteils nicht mehr zugänglich.
Ich frage mich, wie manche Verantwortlichen nachts noch ruhig schlafen können. Meine Hoffnung ist, dass in der Genehmigungsbehörde noch ein klarer Menschenverstand herrscht und dass dieses irrsinnige Projekt nicht genehmigt wird.
Franz Zöll, Loßburg-SchömbergSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.