Im Gütenbacher Gewann "Hohe Steig" soll ein Windrad aufgestellt werden. Foto: Manfred Richter/Pixabay

Eine neue Windkraftanlage soll auf Gütenbacher Gemarkung entstehen.

Gütenbach - Als einziges Gebiet kommt die "Hohe Steig" infrage, wie Bürgermeisterin Lisa Hengstler in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete. In greifbarer Nähe soll eine weiteres Projekt auf Simonswälder Gemarkung entstehen. Erbauer soll die Bürgerenergie Simonswald (BESW) sein, dessen Vertreter Horst Kolb die Sache anstieß. Der Betrieb der Windräder soll "in Händen der Bürger liegen".

Nötige Informationen vermittelte Andreas Markowsky von der "Ökostromgruppe Freiburg", die 1986 gegründet wurde und sich für umweltfreundliche Stromerzeugung einsetzt. An alles sei gedacht: Wirtschaftlichkeit, Transport der Anlage, Flugsicherung, Landschaftsbild, Enteisungsanlage, Wohnabstände von 246 Metern, Tierschutz, Kommunalabgaben, die der Gemeinde zugute kommen und selbstredend die Nutzung erneuerbarer Energie. Immerhin kommen deutschlandweit 25 Prozent aus Windkraftanlagen. Das infrage kommende Gebiet sei äußerst ertragreich in der Ernte der Windenergie.

Planung Bachhofmatte vertagt

Von der Tagesordnung genommen wurde die Planung zur "Bachhofmatte", was den Beteiligten Hubert Fehrenbach und Paul Proß entgegenkam. Sie behalten sich eigene Vorstellungen zu dem Projekt vor.

Neues Gemeindezentrum erhält Hackschnitzelheizung

Ein umfangreiches Unterfangen ist der Neubau des Gemeindezentrums auf dem ehemaligen King-Gelände. Zum Thema Beheizung gab die Rathaus-Chefin einen historischen Überblick. Die Verantwortlichen, Architekt Martin Rosenfelder, Projektleiter Dietmar Haas und Sanitärfachmann Michael Schönfelder hatten sich eingehend auseinander gesetzt und gaben ihr Statement ab. Konventionelle Heizung, Fußbodenheizung, Luftheizung, Photovoltaik, Luft- Wärme-Pumpe und letztlich Verwendung von Hackschnitzeln waren angedacht. Auch die Kooperation mit der Firma Faller kam infrage, die wegen verschiedener Überlegungen nicht verwirklicht werden kann.

Schließlich sah man die Hackschnitzel-Lösung vorrangig. Vorteil: das Holzprodukt von rund 105 Kubikmetern pro Jahr kann quasi kostenlos aus dem gemeindeeigenen Wald gewonnen werden. Stauraum, die Trocknung und Pufferspeicherung sind zu bedenken. Über 60 000 Euro werden für die Versorgung innerhalb des Gebäudes kalkuliert. Hinzu kommen Baukosten von rund 60 000 Euro und die Heizungskosten von weiteren rund 60 000 Euro. Die bisherige Planung wird mit 27 000 Euro überschritten. Der zukunftsträchtige Gewinn: nach eingehenden Untersuchungen soll sich die Anlage bereits nach fünf Jahren amortisiert haben.

Was tun bei längerem Stromausfall?

Ein Thema des Abends stellte dem unbefangenen Zuhörer die Haare, da man an Kriegsvorbereitungen denken mochte: großflächiger Stromausfall. Das Landratsamt fordert entsprechende Maßnahmen, die von den Gemeinden ausgestaltet werden müssen. In Zusammenarbeit von Bürgermeisterin, Hauptamtsleiterin Caroline Heim und Feuerwehrkommandanten Jürgen Schonhardt und Manuel Scherzinger ist folgendes vorgesehen: Bei Stromausfall ist die Funkverbindung zur Zentralen Leitstelle sichergestellt. Nach einer beziehungsweise zwei Stunden finden sich Feuerwehrkommandant und Verwaltung im Feuerwehrhaus ein. Weitestgehend ist die Wasserversorgung garantiert. Größtes Problem ist die Abwasserbeseitigung, die nur mit der durch Strom versorgten Kläranlage funktioniert. Bei Ausfall "könnte die Biologie umkippen", so Lisa Hengstler. Eine weitgehende Wärmeversorgung ist nicht zu verwirklichen. Der Winterdienst dagegen kann mit Diesel-Fahrzeugen dank Reserven erfolgen. Mittelfristige und weitergehende Maßnahmen sind eingeplant, ebenso die Einrichtung eines "Notfalltreffpunkts" in der Mehrzweckhalle.

Zugestimmt wurde den Baumaßnahmen bei einem Wohn- und Geschäftshaus in der Kreuzstraße 2 und nötige Maßnahmen wegen Schimmelbildung und Wasserschäden im Schulgebäude sind ergriffen.