Erwiderung eines Grosselfinger Gemeinderats auf Michael Thorwart, der in einem Leserbrief am 31. Januar schrieb: „Man hätte es wissen können.“
Die Wahrheit liegt in der Mitte
Ich hätte nie gedacht, dass eine Bürgerinitiative (BI) über einen Zeitraum von einem Jahr die Windmessung derart beeinflussen kann, dass dieses Projekt beerdigt wird.
Unglaublich, was sich eine Bürgerinitiative einbildet, die mit gerade einmal 6650 Personen und einem vorgedruckten Katalog mit Widersprüchen 439.000 überwiegend gleichlautende Einwände abgibt, im Durchschnitt mit 66 Stimmen – um den Regionalverband Neckar/Alb für nahezu ein Jahr zu beschäftigen.
5224 kommen aus dem Einzugsgebiet, davon 55 Prozent aus dem Zollernalbkreis, was 2873 Personen entspricht. Das wiederum entspricht bei 189.000 Einwohnern gerade einmal 1,5 Prozent.
Wahrheit liegt in der Mitte
Wir hätten es wissen müssen – wird uns vorgeworfen –, dass der Windatlas mit seinen Daten um 30 Prozent zu optimistisch ist, wirft uns Herr Thorwart vor. 15 Prozent weniger lautet das Ergebnis der Messung – die Wahrheit liegt somit in der Mitte.
Im Gegensatz zur BI hatte die Gemeinde keinen finanziellen Aufwand. Die anfallenden Kosten teilen sich die Stadtwerke Stuttgart und Uhl Windkraft.
Um auf den dezenten Hinweis der BI einzugehen: Jeder Gemeinderat wurde persönlich von einer Rechtsanwaltskanzlei auf die private Haftung im Falle eines finanziellen Abmangels beim Rückbau hingewiesen – für mich ein klarer Einschüchterungsversuch mit unseriösen Mitteln.
Wind aus den Segeln genommen
Durch den Ausstieg der Projektierer konnte auch dem Argument, die Anlagen werden subventioniert und unabhängig von der Wirtschaftlichkeit gebaut, der Wind sprichwörtlich aus den Segeln genommen werden.
Was mich nachdenklich macht, ist die fürsorgliche Behandlung der Gemeinde Grosselfingen durch die Bürgerinitiative „Gegenwind Hohenzollern“ im Gegensatz zu Burladingen, was meines Wissens ebenfalls im Zollernalbkreis liegt.
Unabhängig von Erfolg oder Niederlage, wird sich diese nachvollziehbare Entscheidung für die Gemarkung optisch zeigen – sowohl im Außenbereich als auch innerorts.
Glücklich ist, wer vergisst, was einmal nicht zu ändern ist.
Siegfried Stauß, GrosselfingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.